Hamburgische Dramaturgie.
ten ihn cincs Verständnisses mit dem Grafen von Tyronc, den dieRebellen in Zrrland zu ihrem Haupte erwählet hatten. DerVerdacht, der diescrwcgcn auf ihm blieb, brachte ihn um dasKommando der Armee. Er ward erbittert, kam nach London ,wiegelte das Volk auf, ward in Verhaft gezogen, vcrurthcilt,lind nachdem er durchaus nicht um Gnade bitten wollen, den25,stcn Februar, enthauptet. So viel hat mir die Histo-
rie an die Hand gegeben. Wenn man mir aber zur Last legt,daß ich sie in einem wichtigen Stücke verfälscht hätte, weil ichmich des Vorfalles mit dem Ringe nicht bedienet, den die Kö-niginn dem Grafen zum llntcrpfandc ihrer unfehlbaren Begna-digung, falls er sich jemals cincs StaatSvcrbrcchcns schuldigmachen sollte, gegeben habe: so muß mich dieses sehr befremden.Ich bin versichert, daß dicscr Ring eine Erfindung des Eal-prcncdc ist, wenigstens habe ich in keinem Geschichtschreiber dasgeringste davon gelesen."
Allerdings stand cs Eorncillcn frey, diesen Umstand mitdem Ringe zu nutzen, oder nicht zu nutzen; aber darinn ginger zu weit, daß er ihn für eine poetische Erfindung erklärte.Seine historische Richtigkeit ist neuerlich fast außer Zweifel ge-setzt worden; und die bcdächtlichstcn, skeptischsten Geschichtschreiber,Humc und Robertson, haben ihn in ihre Werke aufgenommen.
Wenn Robertson in seiner Geschichte von Schottland vonder Schwermut!) redet, in welche Elisabeth vor ihrem Todeverfiel, so sagt er: „Die gemeinste Meinung damaliger Zeit,und vielleicht die wahrscheinlichste, war diese, daß dieses Uebelaus cincr bctrübtcn Rcuc wegen des Grafen von Esser ent-standen sey. Sie hatte cinc ganz ausscrordcntlichc Achtung fürdas Andenken dieses unglücklichen Herrn; und wiewohl sie oftüber seine Hartnäckigkeit klagte, so nannte sie doch seinen Namenselten ohne Thränen. Kurz vorher hatte sich ein Vorfall zu-getragen, der ihre Neigung mit neuer Zärtlichkeit belebte, undihre Betrübniß noch mehr vergällte. Die Gräfinn von Notthing-ham, die auf ihrem Todbctte lag, wünschte die Königinn zusehen, und ihr ein Geheimniß zu offenbaren, dessen Vcrhchlungsie nicht ruhig würde sterben lassen. Wie die Königinn in ihrZimmer kam, sagte ihr die Gräfinn, Essex habe, nachdem ihm