Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
Seite
117
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Erster Band.

von einer andern Beschaffenheit sind, und mehr Acrändcrungder Affekten zeigen."

Eben so müssen die Komödicnsymphonicn überhaupt frey,fließend, und zuweilen auch scherzhaft seyn; insbesondere abersich nach dem eigenthümlichen Zuhalte einer jeden Komödierichten. So wie die Komödie bald ernsthafter, bald verliebter,bald scherzhafter ist, so muß auch die Symphonie beschaffen seyn.Z. E. die Komödien, der Falke und die bcydcrscitige Unbestän-digkeit, würden ganz andere Symphonien erfordern, als dervcrlohrnc Sohn. So würden sich auch nicht die Symphonien,die sich zum Gcitzigcn, oder zum Kranken in der Einbildung,sehr wohl schicken möchten, zum Unentschlüßigcn, oder zum Zer-streuten, schicken. Jene müssen schon lustiger und scherzhafterseyn, diese aber verdrießlicher und ernsthafter."

Die Anfangssymphonie muß sich auf das ganze Stück be-ziehen; zugleich aber muß sie auch den Anfang desselben vorbe-reiten, und folglich mit dein ersten Auftritte übereinkommen.Sie kann aus zwey oder drey Sätzen bestehen, so wie es derKomponist für gut findet. Die Symphonien zwischen denAufzügen aber, weil sie sich nach dem Schlüsse des vorhergehen-den Auszuges und nach dem Anfange des folgenden richtensollen, werden am natürlichsten zwey Sätze haben können. Zmersten kann man mehr auf das Vorhergegangene, im zweytenaber mehr auf das Folgende sehen. Doch ist solches nur alleinnöthig, wenn die Affekten einander allzu sehr entgegen sind; sonstkann man auch wohl nur einen Satz machen, wenn er nur diegehörige Länge erhält, damit die Bedürfnisse der Vorstellung,als Lichtputzcn, Umkleiden u. f. w. indeß besorget werden kön-nen. Die Schlußsymphonie endlich muß mit dem Schlüssedes Schauspiels auf das genaueste übereinstimmen, um die Be-gebenheit den Zuschauern desto nachdrücklicher zu machen. WaSist lächerlicher, als wenn der Held auf eine unglückliche Weisesein Leben vcrlohrcn hat, und es folgt eine lustige und lebhafteSymphonie darauf? Und was ist abgeschmackter, als wenn sichdie Komödie auf eine fröhliche Art endiget, und es folgt einetraurige und bewegliche Symphonie darauf?" -