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12 t Hamburgische Dramatiirgic.
mit gedämpften Violinen nnd Bratsche, und einer conccrtircn-dcn Hoboc.
Endlich folget auch auf den fünften Akt nur ein einzigerSatz, ein Adagio, aus dem E dnr, nächst den Violinen undder Bratsche, mit Hörnern, mit verstärkenden Hoboen und Flö-ten, und mit Fagotten, die mit dem Grundbasse gehen. DerAusdruck ist den Personen des Trauerspiels angemessene, undins Erhabene gezogene Betrübniß, mit einiger Rücksicht, wiemich dcucht, auf die vier letzten Zeilen, in welchen die Wahr-heit ihre warnende Stimme gegen die Großen der Erde ebenso würdig als mächtig erhebt.
Die Absichten eines Tonkünstlers merken, heißt ihm zugeste-hen, daß er sie erreicht hat. Sein Werk soll kein Räthsel seyn,dessen Deutung eben so mühsam als schwankend ist. Was eingesundes Ohr am geschwindesten in ihm vernimt, das und nichtsanders hat er sagen wollen, sein Lob wächst mit seiner Ver-ständlichkeit; je leichter, je allgemeiner diese, desto verdienter je-nes. — Es ist kein Ruhm für mich, daß ich recht gehört habe;aber für den Hrn. Agricola ist es ein so viel grösserer, daß indieser seine Composition niemand etwas anders gehört hat, als ich.
Acht und zwanzigstes Stück.Den 4ten August, 1767.
Den drey und dreyßigstcn Abend (Freytags, den 12ten Zu-nius,) ward die Naninc wiederhohlt, und den Beschluß machte, derBauer mit der Erbschaft, aus dem Französischen des Marivaux .
Dieses kleine Stück ist hier Waare für den Platz, undmacht daher allezeit viel Vergnügen. Zürgc kömmt aus derStadt zurück, wo er einen reichen Bruder begraben lassen, vondem er hundert tausend Mark geerbt. Glück ändert Stand undSitten; nun will er leben wie vornehme Leute leben, erhebtseine Lise zur Madame, findet geschwind für seinen Hanns undfür seine Grete eine ansehnliche Partie, alles ist richtig, aberder hinkende Böthe kömmt nach. Der Makler, bey dem diehundert tausend Mark gestanden, hat Banquerot gemacht, Zürgeist wieder nichts wie Zürgc, Hanns bekömmt den Korb, Gretebleibt sitzen, und der Schluß würde traurig genug seyn, wcnn