erster Band.
wenn er wolle, der ncucrwähltc König könne es, vors erste,mit ihm anschcn. Nichtswcnigcr; er bestehet auf der Hcyralh,und bestehet darauf, daß sie noch desselben Tages vollzogenwerden soll; eben des Tages, an dem er Mcropcn zum ersten-male seine Hand angetragen; eben des Tages, da ihn das Volkzum Könige ausgerufen. Ein so alter Soldat, und ein sohitziger Freyer! Aber seine Freyrrcy, ist nichts als Politik.Desto schlimmer; diejenige, die er in sei» Interesse verwickelnwill, so zu mißhandeln! Mcrope halte ihm ihre Hand verwei-gert, als er noch nicht König war, als sie glauben mußte, daßihn ihre Hand vornehmlich auf den Thron verhelfen sollte; abernun ist er König, und ist es geworden, ohne sich auf den Ti-tel ihres Gemahls zu gründen; er wiederhole seinen Antrag,und vielleicht giebt sie es näher; er lasse ihr Zeit, den Abstandzu vergessen, der sich ehedem zwischen ihnen befand, sich zu ge-wöhnen, ihn als ihres gleichen zu betrachten, und vielleicht istnur kurze Zeit dazu nöthig. Wenn er sie nicht gewinnen kann,was hilft es ihn, sie zu zwingen? Wird es ihren Anhängernunbekannt bleiben, daß sie gezwungen worden? Werden sie ihnnicht auch darum hassen zu müssen glauben? Werden sie nichtauch darum dem Acgisth, sobald er sich zeigt, beyzutreten, undin seiner Sache zugleich die Sache seiner Mutter zu betreiben, sichfür verbunden achten? Vergebens, daß das Schicksal dem Tyran-nen, der ganzer funszchn Zahr sonst so bcdächtlich zu Werke ge-gangen, diesen Aegisth nun selbst in die Hände liefert, und ihmdadurch ein Mittel, den Thron ohne alle Ansprüche zu besitzen,anbietet, das weit kürzer, weit unfehlbarer ist, als die Verbin-dung mit seiner Mutter: es soll und muß gchcyrathct seyn,und noch heute, und noch diesen Abend; der neue König willbey der alten Königinn noch diese Nacht schlafen, oder es gehtnicht gut. Kann man sich etwas komischeres denken? In derVorstellung, meine ich; denn daß es einem Menschen, der nureinen Funken von Verstände hat, einkommen könne, wirklich sozu handeln, widerlegt sich von selbst. Was hilft es nun alsodem Dichter, daß die besondern Handlungen eines jeden Aktszu ihrer wirklichen Eräugung ungefehr nicht viel mehr Zeit brau-chen würden, als auf die Vorstellung dieses Aktes geht; und