Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
Seite
230
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Hamburgischc Dramaturgie.

Was hat diese Fabel mit der Fabel des verheyrathctcnPhilosophen ähnliches^ Die Fabel nicht das geringste. Aberhier ist eine Stelle ans dem zweyten Akte des CampistronschcnStücks, zwischen Dorantc, so heißt der Eifersüchtige, und Du-boiS, seinem Sckrctair. Diese wird gleich zeigen, was (5hcvricrgmicinct hat.

Dubois. Und was fehlt Ihnen denn?

Dorante. Ich bin verdrüßlich, ärgerlich; alle meine ehemaligeHeiterkeit ist weg; alle meine Freude hat ein Ende. Der Himmel hatmir einen Tyrannen, einen Henker gegeben, der nicht aufhören wird,mich zu martern, zu peinigen

DuboiS. Und rocr ist denn dieser Tyrann, dieser Henker?

Dorante. Meine Frau.

DuboiS. Ihre Frau, mein Herr?

Dorante. Ja. meine Frau, meine Frau. Sie bringt michzur Verzweiflung.

DuboiS. Hassen Sie sie denn?

Dorautc. Wollte Gott ! So wäre ich ruhig. Aber ich liebesie, und liebe sie so sehr Verwünschte Quaal!DuboiS. Sie sind doch wohl nicht eifersüchtig?Dorantc. Bis zur Raserey.

DuboiS. Wie? Sie, mein Herr? Sie eifersüchtig? Sie, der Sievon je her über alles, was Eifersucht heißt,

Dorante. Gelacht, und gespottet. Desto schlimmer bin ich nu»daran! Ich Geck, mich von den elenden Sitten der großen Welt sohinrcisscn zn lassen! In das Geschrey der Narren einzustimmen, diesich über die Ordnung und Zucht unserer ehrlichen Vorfahren so lustigmachen! lind ich stimmte nicht blos ein; es währte nicht lange, sogab ich den Ton. Um Witz, um Lebensart zu zeigen, was sür al-bernes Zeug habe ich nicht gesprochen! Eheliche Treue, beständigeLiebe, pfuy, wie schmeckt das nach dem kleinstädischcii Bürger! DerMann, der seiner Frau nicht allen Willen läßt, ist ein Bar! Deres ihr übel nimmt, wenn sie auch andern gefällt und zu gefallensucht, gehört ins TollhauS. So sprach ich, und mich hätte man dasolle» ins TollhauS schicken.

Tubois. Aber warum sprachen Sie so?