Zweyter Band.
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bättc» wir so gut nicht gesehen, wenn der Dichter das, was ercrzeblcn läßt, vor unsern Augen bättc vorgehen lassen, und das,was er vorgehen läßt, dafür hätte crzchlcn lassen. Der Ver-druß, den Aruolpb empfindet; der Zwang, den er sich anthut,diesen Verdruß zu verbergen; der lwbnischc Ton, den er an-nimmt, wenn er den weitem Progresscn des Hora; nun vorge-bauet zu babcu glaubet; das Erstaune», die stille Wutb, in derwir ihn scben, wenn er vernimmt, daß Hora; dem obngcachtctsein Ziel glücklich verfolgt: das sind Handlungen, und weit ko-mischere Handlungen, als alles, was außer der Scene vorgeht.Selbst in der Erzehlung der Agncsc, von ibrcr mit dem Hora;gemachten Bekanntschaft, ist mehr Handlung, als wir findenwürden, wenn wir diese Bekanntschaft auf der Bühne wirklichmachen sahen.
Also, anstatt von der Fraucuschulc zu sagen, daß allesdarum Handlung scheine, obgleich alles nur Erzehlung sey, glaubteich mit nicbrcrcm Rechte sagen zu können, daß alles Handlungdarinn sey, obgleich alles nur Erzehlung zu seyn scheine.
Vier und fünfzigstes Stück.Teil ktcn November, 1767.
Den drey und vierzigsten Abend (Dienstags, den 14tcnJulius,) ward die Mittelschule des La Chaussee, und den vierund vierzigsten Abend (als den löten,) der Graf von Esserwiederholt. (")
Da die Engländer von je her so gern clomostica kletaans ihre Bühne gebracht haben, so kann man leicht vermuthen,daß es ihnen auch an Trauerspielen über diese» Gegenstand nichtfehlen wird. Das älteste ist das von Zoh. Banks, unter den,Titel, der unglückliche Liebling, oder Graf von Esscx. Eskam 1682 aufs Theater, und erhielt allgemeinen Beyfall.Damals aber hatten die Franzosen schon drey Esscrc; des Cal-prcncde von 1K38; des Boycr von 1<>78, und des jünger»Corneille, vo» ebc» diesem Zahrc. Wollten indeß die Englän-der, daß ihnen die Franzosen auch hierin» »icht möchten zuvor-
(°) S> den 26stcn und 30stcn Abend Seile 93 und 99.Lcsimgs VZ->ke '» 1(!