Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
Seite
259
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Zweyter Band. 25!)

freute sich, überzufließen, und jedes Wort, jede Ecbchrde halte seinenlängst abgezieltcu Pfeil, deren jeder mich mit trift.

Nottingham . Verzeihe, Königinn, wenn ich in dem Ausdrucke»iciuc Schuldigkeit gefchlct habe. Ich maß ihn nach Deinem ah.

Die Königinn. Räch meinem? Ich bin seine Königinn.Mir sieht es frey, dem Dinge, das ich geschaffen habe, mitzuspielen,wie ich will. Auch hat er sich der gräßlichsten Verbrechen gegenmeine Person schuldig gemacht. Mich hat er beleidiget; aber nichtdich. Womit könnte dich der arme Mann beleidiget haben? Duhast keine Gesetze, die er übertreten, keine Unterthanen, die er be-drücken, keine Krone, nach der er streben könnte. Was findest dudenn also für ein grausames Vergnügen, einen Elenden, der ertrinkenwill, lieber noch aus den Kopf zu schlagen, als ihm die Hand zu reichen ?

Nottingham . Ich bin zu tadeln

Die Königinn. Genug davon! Seine Königinn, die Welt,das Schicksal selbst erklärt sich wider diesen Mann, und doch scheineter dir kein Mitleid, keine Entschuldigung zu verdienen?

Nottingham . Ich bekenne cS, Königinn,

Die Königinn. Geh, es sey dir vergeben! Rufe mir gleichdie Rutlaud her.

Acht und fünfzigstes Stück.

Den 20sten November, 17K7.

Nottingham geht, und bald darauf erscheinet Rutland. Manerinnere sich, daß Rutland, ohne Wissen der Königinn, mitdem Esser vermählt ist.

Die Königinn. Kömmst du, liebe Rutland? Ich habe nachdir geschickt. Wie ists? Ich finde dich, seit einiger Zeit, so trau-rig. Woher diese trübe Wolke, die dein holdes Auge umziehet? Seymunter, liebe Rutland; ich will dir einen wackern Mann suchen.

Rutland. Großmüthige Frau! Ich verdiene es nicht, daßmeine Königinn so gnädig auf mich herabsiehet.

Die Königinn. Wie kannst dn so reden? Ich liebe dich;ja wohl liebe ich dich. Du sollst es daraus schon sehen! Ebenhabe ich mit der Nottingham , der widerwärtigen! einen Streitgehabt; und zwar über Mylord Esser.

Rutland. Ha!