!?84 Hamburgischc Tramalurjiie.
»er Untreue also zuvorzukommen, will sie ihn je eher je lieberhcyratbcn.
Die Königinn tritt herein, und ist äußerst niedergeschlagen.Bianca fragt, ob sie die übrigen Hofdamen rufen soll: aber dieKöniginn will lieber allein fco»; nur Zrcne soll kommen, undvor dem Zimmer singen. Blanca geht auf der einen Seite nachIrene» ab, und von der ander» kömmt der Graf.
Esser liebt die Blanca: aber er ist chrgcitzig geinig, anchder Liebhaber der Königinn scmi zu wollen. Er wirft sich die-sen Ehrgcitz selbst vor; er bestraft sich deswegen; sein Herz ge-hört der Blanca; eigennützige Absicbtcn müssen es ihr nichtcntzicbcn wollen; unechte Eonvenien; muß keinen echten Affektbesiegen. (") Er will sich also lieber wieder entfernen, alser die Königinn gcwabr wird: und die Königinn, als sieihn erblickt, will ihm gleichfalls ausweichen. Aber sie blei-ben beide. Indem fängt Zrcne vor dem Zimmer a» zu sin-ge». Sie siugt ci»c Rcdoiidilla, ein kleines Lied von vierZeilen, dessen Sinn dieser ist: „Sollten meine verliebten„Klagen zu deiner Kenntniß gelangen: o so laß das Mitleid,„welches sie verdienen, den Unwillen überwältigen, den du dar-„übcr empfindest, daß ich es bin, der sie führet." Der Köni-ginn gefällt das Lied; und Esser findet es bequem, ihr durchdasselbe, auf eine versteckte Weise, seine Liebe zu erklären. Ersagt, er habe cS glossirct, (") und bittet um Erlaubniß, ihr
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(°°) Die Spanier haben ci»c Art von Gedichte», welche sie «lollils ncn-ne». Sie nehme» eine oder mehrere Zeilen gleichsam zumTertc, und erkläre»oder umschreiben diesen Tcrt so, daß sie die Zeilen selbst in diese Erklärungoder Umschreibung wiederum cinslcchtcn. Den Tcrt hcisscn sie luois oderi>^, und die Auslegung insbesondere cn»ttil, welches den» aber auch der