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7 (1839)
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Hamburgische Dramaturgie.

ohnmächtig auf das entsetzliche Schaugcrüstc. Man arbeitetsich durch das Gewühl, man stellt sich ans die Zähen, manklettert die Dächer hinan, nm die Zuge des Todes seinGesicht entstellen zu sehen. Sein Urtheil ist gesprochen; seinHenker naht sich ihm; ein Augenblick wird sein Schicksal ent-scheiden. Wie sehnlich wünschen itzt aller Herzen, daß ihmverziehen würde! Ihm? dem Gegenstände ihres Abscheues, densie einen Augenblick vorher selbst zum Tode vcrurthcilct habenwürden? Wodurch wird itzt ein Strahl der Menschenliebewiederum bey ihnen rege? Ist es nicht die Annäherung derStrafe, der Anblick der entsetzlichsten physikalischen Uebel, dieuns sogar mit einem Ruchlosen gleichsam aussöhnen, und ihmunsere Liebe erwerben? Ohne Liebe könnten wir unmöglichmitleidig mit seinem Schicksale seyn."

Und eben diese Liebe, sage ich, die wir gegen unsern Nebcn-mcnschcn unter kcinerlcy Umständen ganz verlieren können, dieunter der Asche, mit welcher sie andere stärkere Empfindungenüberdecken, unvcrlöschlich fortglimmct, und gleichsam nur einengünstigen Windstoß von Unglück und Schmerz und Verderbenerwartet, um in die Flamme des Mitleids auszubrcchcii; ebendiese Liebe ist es, welche Aristoteles unter dem Namen derPhilanthropie verstehet. Wir haben Recht, wenn wir sie mitunter dem Namen des Mitleids begreifen. Aber Aristoteles hatte auch nicht Unrecht, wenn er ihr einen eigenen Namengab, um sie, wie gesagt, von dem höchsten Grade der mitleidi-gen Empfindungen, in welchem sie, durch die Dazukunft einerwahrscheinliche» Furcht für unS selbst, Affekt werden, zuunterscheiden.

Sieben und siebzigstes Stück.Teil Testen Januar, 1768.

Einem Einwürfe ist hier noch vorzukommen. Wenn Aristo-teles diesen Begriff von dem Affekte des Mitleids hatte, daßer nolbwcndig mit der Furcht für uns selbst verknüpft scvn müsse:was war cS nötbig, der Furcht noch insbesondere zu erwähnen?Das Wort Mitleid scbloß sie scbon in sich, und es wäre genuggewesen, wenn er blos gesagt hätte: die Tragödie soll durch Er-