Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
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Hambnrgischc Trcimalurgic.

beiden Begriffen lassen sich vollkommen alle ihre Regeln herlei-ten: und sogar ihre dramatische Form ist daraus zu bestimmen.

An dem letzter» dürfte man vielleicht zweifeln. Wenigstenswüßte ich keinen Kunstrichtcr zu nennen, dem es nur eingekom-men wäre, es zu versuchen. Sie nehmen alle die dramatischeForm der Tragödie als etwas Hergebrachtes an, das nun so ist,weil es einmal so ist, und das man so läßt, weil man es gutfindet. Der einzige Aristoteles hat die Ursache ergründet, abersie bey seiner Erklärung mehr vorausgesetzt, als deutlich ange-geben.Die Tragödie, sagt er, ist die Nachahmung einerHandlung, die nicht vermittelst der Erzchlung, sondernvermittelst des Mitleids und der Furcht, die Reinigung dieserlind dergleichen Leidenschaften bewirket." So drückt er sichvon Wort zu Wort aus. Wem sollte hier nicht der sonderbareGegensatz,nicht vermittelst der Erzchlung, sondern vermittelstdes Mitleids und der Furcht," befremden? Mitleid und Furchtsind die Mittel, welche die Tragödie braucht, um ihre Absichtzu erreichen: und die Erzehlung kaun sich nur auf die Art undWeise beziehen, sich dieser Mittel zu bedienen, oder nicht zu be-dienen. Scheinet hier also Aristoteles nicht einen Sprung zumachen? Scheinet hier nicht offenbar der eigentliche Gegensatzder Erzchlung, welches die dramatische Form ist, zu fehlen ?Was thun aber die Ucbcrsctzcr bey dieser Lücke? Der eine um-geht sie ganz behutsam: und der andere füllt sie, aber nur mitWorten. Alle finden weiter nichts darum, als eine vcrnachlä-ßigtc Wortfügung, an die sie sich nicht halten zu dürfen glau-ben, wenn sie nur den Sinn des Philosophen liefern. Dacicrübersetzt: clunv aetioa «m'i, l'avs le toeours tlo la narratioi,,par !o niv)'eii «Iv la compallion 65 <lv la terrour U. s. W.Z undEurtius:einer Handlung, welche nicht durch die Erzchlung desDichters, sondern (durch Vorstellung der Handlung selbst) uns,vermittelst des Schreckens und Mitleids, von den Fehlern dervorgestellten Leidenschaften reiniget." O, sehr recht! Beidesagen, was Aristoteles sagen will, nur daß sie es nicht so sa-gen, wie er es sagt. Gleichwohl ist auch an diesem Wie gele-gen; denn es ist wirklich keine blos vcrnachläßigtc Wortfügung.Kurz, die Sache ist diese: Aristoteles bemerkte, daß das Mit-