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7 (1839)
Entstehung
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440
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H.iml'urgische Dramaturgie.

»er verändert sich; sondern jeder scblcist »nr dem andern ebenso viel ab, als nöthig ist, ihn gegen den Nachtheil des Erccs-scs zu verwahren. Der freygebige Micio wird durch das Ma-nöuvre des gcitzigcn Dcmca dahin gebracht, daß er selbst dasllcbcrniaaß in seinem Bezeigen erkennet, und fragt:

t)iioll tti'olnvinin? <^iilv istu.'e tuliila esi. liU'Aitns?So wie umgekehrt der strenge Dcmca durch das Manöuvrc desnachsichtsvollen Micio endlich erkennet, daß es nicht genug ist,nur immer zu tadeln und zu bestrafen, sondern es auch gut sey,»litveuntiiuo in looo. -

Noch eine einzige Kleinigkeit will ich erinnern, i» welcherunser Vcrfasscr sich, gleichfalls zu seinem eigenem Nachtheile,von seinem Muster entfernt hat.

Tcrcnz sagt es selbst, daß er in die Brüder des Mcnandcrseine Episode aus einem Stücke des Diphilus übergetragen, undso seine Brüder zusammen gesetzt habe. Diese Episode ist diegewaltsame Entführung der Psaltria durch den Acschinus: unddas Stück des Diphilus hieß, die mit einander Ster-benden.

L^najiollliieloouleg Di^lüli eommiiia ett

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Hlei'eli'Ieem in pi'iina iuliula - -

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In ^«iclnlws - - -

Nach diesen beiden Umständen zu urtheilen, mochte Diphilusein Paar Verliebte aufgeführet habe», die fest entschlossen wa-ren, lieber mit einander zu sterben, als sich trennen zu lassen:und wer weis was geschehen wäre, wenn sich gleichfalls nichtein Freund ins Mittel geschlagen, und das Mädchen für denLiebhaber mit Gewalt entführt hätte? Den Entschluß, miteinander zu sterben, hat Tcrcnz in den bloßen Entschluß desLiebhabers, dem Mädchen nachzusuchen und Vater und Vater-land um sie zu verlassen, gemildert. Donalus sagt dieses aus-drücklich: HIonanller inori illum voluiflo lingit, 1'oiontius sii^ero.Aber sollte es in dieser Note des Donatus nicht Vilnius an-statt klenantlvr hcisscn? Ganz gewiß; wie Peter Nannius