Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
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448
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Vom Alter der Oelmalcrcy.

schriftcn der Paulincr Bibliothek zu Leipzig fand, und als cincder ersten Kostbarkeiten dieser Bibliothek, in seinem Verzeichnissevon 4tZ86, nntcr dem Titel, äv eolor'idus et <1o luto eoloranclivltra, anzeigte (>,).

Es ist das nehmliche Werk, welches einer von den Ver-fassern der ^etor. IZiuäit. einige Zahre darauf, bey Gelegen-heit des Liampini, etwas näher bekannt machte, um damit zubeweisen, daß Antonio Neri nicht der erste sey, welcher von derGlasmachcrkunst geschrieben habe (i).

Es wird vermuthlich eben der Schriftsteller, und eben dasWerk seyn, welches, aus der Bibliothek des Abts Bigot, in diekönigliche Bibliothek zu Paris gekommen, wo es gegenwärtigdie 6741ste Handschrift ist, und den Titel führet: Ilioopliiliiider <1o owni l'elontlit pieturoe artis (Ic).

Bey den Neuerern Littcratorcn finde ich dieses Thcophilusund seines Werks nicht gedacht; selbst beym Fabricius nicht.Wohl aber bey den älterem.

Gesncr brachte bey, daß einer, Namens Thcophilus, einsehr schönes Werk von der Glasmachcrkunst, <lc- vitrilicatorw,geschrieben habe; und berufte sich desfalls auf den -Henr. Lorn.Agrippa (I).

Simler fügte hinzu, daß solches Werk aus drey Büchernbestehe, deren erstes von Mischung der Farben, das zweyte vonder Glaskunst, und das dritte von der Kunst in Metall zugicsscn, handele: wobey er zugleich anzeigte, daß sich Hand-schriften davon, eine auf Pcrgamcn beym George Agricola,und cinc zweyte in dem Kloster Alten Zelle befunden, dessenBibliothek nach Leipzig gekommen sey. Eine andere Schriftdes nehmlichen Verfassers, sagt er noch, werde in dem bekann-ten alten Werke I^umon kmimaz angeführt (m).

Und so weit kannte ich unsern Thcophilus und sein Werkseit geraumer Zeit, und hatte noch kürzlich, da mich die altengemalten Fensterscheiben zu Hirschau beschäftigten, mehr als cincnAnlaß gehabt, bey mir zu wünschen, daß ein Buch so seltenenInhalts endlich einmal aus dem Staube gczogcn werden möchte:als ich unvcrmuthct so glücklich war, eine sehr schöne und sehralte Handschrift davon auch in unserer Bibliothek zu finden.