über die Buchstabenschrift. 171
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nicht, musikalisch, in der Höhe und Tiefe, da er durch die ganze Ton-leiter hindurch angestimmt werden kann. Derselbe beruht ebensowenigauf der Dehnung und Verkürzung, Helligkeit oder Dumpfheit, Harteoder Weiche, da diese Verschiedenheiten theils Eigenschaften aller arti-culirten Töne seyn können, theils Gattungen derselben bilden. Versuchtman nun aber die Unterschiede zwischen a und e, p und k u. s. w. auf ei-nen allgemeinen sinnlichen Begriff zurückzuführen, so ist mir wenigstensbis jetzt dies immer mislnngen. Es bleibt nichts übrig, als überhauptzu sagen, dafs diese Töne, unabhängig von jenen Kennzeichen, dennochspecifisch verschieden sind, oder dafs ihr Unterschied aus einem bestimm-ten Zusammenwirken der Organe entsteht, oder eine andere ähnlicheBeschreibung zu versuchen, die aber nie eine wahre Definition giebt.Erschöpfend und ausschliefsend wird ihr Wesen immer nur dadurchgeschildert, dafs man ihnen die Eigenschaft zuschreibt, unmittelbardurch ihr Ertönen Begriffe hervorzubringen, indem theils jeder einzelnedazu gebildet ist, theils die Bildung des einzelnen eine in bestimmba-ren Glassen bestimmbare Anzahl gleichartiger, aber specifisch verschie-dener möglich macht und forciert, welche noihwendige oder willkühr-liche Verbindungen mit einander einzugehen geeignet sind. Hierdurchist jedoch nicht mehr gesagt, als dafs arliculirte Laute Sprachlaute undumgekehrt sind.
Die Sprache aber liegt in der Seele, und kann sogar bei wider-strebenden Organen und fehlendem a'ufseren Sinn hervorgebracht wer-den. Dies sieht man bei dem Unierrichte der Taubstummen, der nurdadurch möglich wird, dafs der innere Drang der Seele, die Gedankenin Worte zu kleiden, demselben entgegenkommt, und vermittelst er-leichternder Anleitung den Mangel ersetzt, und die Hindernisse besiegt.Aus der individuellen Beschaffenheit dieses Dranges, verständliche Lautehervorzubringen, aus der Individualität des Lauigefühls, (überhaupt inHinsicht des Lautes, als solchen, des musikalischen Tons und der Arti-culation) und endlich aus der Individualität des Gehörs und der Sprach-werkzeuge entsteht das besondere Lautsystem jeder Sprache, und wird,sowohl durch seine ursprüngliche Gleichartigkeit mit der ganzen Sprach-anlage des Individuums, als in seinen tausendfachen, einzeln gar nicht zuverfolgenden Einflüssen auf alle Theile des Sprachbaues, die Grundlage
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