über die Buchstabenschrift.
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Geistesanlagen zusammen auf sie; die Auffindung einer harmonischenVerflechtung von Sylben-Längen und Kürzen aber zeugt von der Empfin-dung der Sprache in ihrer wahren Eigentümlichkeit, von der Regsam-keit des Ohrs und des Gemülhs, durch das Verhällnifs der Articulatio-nen dergestalt getroffen und bevvegt zu werden, dafs man die einzelnenin den verbundenen unterscheidet, und ihre Tongeltung bestimmt undrichtig erkennt.
Dies liegt allerdings zum Theil auch in dem, der Sprache nichtunmittelbar angehörenden musikalischen Gefühl. Denn der Ton besitztdie glückliche Eigentümlichkeit, das Idealische auf zwei Wegen, durchdie Musik und die Sprache, berühren, und diese beiden mit einanderverbinden zu können, woher der von Worten begleitete Gesang wohlunbestreitbar im ganzen Gebiete der Kunst, weil sich zwei ihrer bedeu-tendsten Formen in ihm vereinen, die vollste und erhebendste Empfin-dung hervorbringt. Je lebendiger aber jene Sylbenmaafse auch für diemusikalische Anlage ihrer Erfinder sprechen, desto mehr zeugen sie vonder Stärke ihres Sprachsinnes, da gerade durch sie dem arliculirtenLaut, also der Sprache, neben der hinreifsenden Gewalt der Musik, seinvolles Recht erhalten wird. Denn die antiken Sylbenmaafse unterschei-den sich eben dadurch am allgemeinsten von den modeinen, dafs sie,auch in dem musikalischen Ausdruck, den Laut immer wahrhaft alsSprachlaut behandeln, die wiederkehrende, vollständige oder unvollstän-dige Gleichheit verbundener Laute (Reim und Assonanz), die auf denblofsen Klang hinausläuft, verschmähen, und nur sehr selten die Sylbengegen ihre Natur, blofs der Gewalt des Rhythmus gehorchend, zudehnen oder zu verkürzen erlauben, sondern genau dafür sorgen, dafssie in ihrer natürlichen Geltung, klar und unverändert auslernend, har-monisch zusammenklingen.
Die Beugung, auf welcher das Wesen der grammatischen For-men beruht, führt nothwendig auf die Unterscheidung und Beachtungder einzelnen Articulationen. Wenn eine Sprache nur bedeutsame Lautean einander knüpft, oder es wenigstens nicht versteht, die grammatischenBezeichnungen mit den Wörtern fest zusammenzuschmelzen, so hat siees nur mit Lautganzen zu thun, und wird nicht zu der Unterscheidungeiner einzelnen Articulaiion, wie durch das Erscheinen des nemlichen,