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wandeln können. Guten Willen können wir nu. zeigen in Sach-lcistunge». Was ist nun da erreicht worden?
Die Sachleistungen sind nicht nur von unserem guten Willeilabhängig, sondern auch vou dem guten Willen dec anderen. (Sehrrichtig!) Und was ist das Produkt des zweifellosen gnten Willensbei uns nnd des Willens ans der anderen Seite, den ich dnrchkein Prädikat näher bezeichnen will? Was ist die Resultanteaus diesem Kräfteparallelogramm?
Der Friedeusvertrag sieht vor, daß die Euteute ihreWarenscndcrnngcn bei lins in Form von Listen anmeldensoll. Diese Liften sind auch eingereicht worden. Der Ge>-samtwert der Objekte, die da von der Entente gefordertwerden, betrug mehr als 10 Milliarden Goldmark. Aberals die Liste hier in Bearbeitung genommen wnrde, stellte,sich heraus, daß die verlangten Sachen zum großen Teil nichtlieferbar wareu. Mir ist gesagt wordeu, daß Dinge verlaugtworden sind wie etwa „7000 Meter Transmissionen". (Heiter-keit.) Ich bitte die Herren, die einigermaßen in der TechnikBescheid wissen, zu sagen, was sie sich darunter vorstellen sollen.Weiter wurden Dinge verlangt, wie große Mengen von Baum-wolle, Kupfer und ähnlichen Sachen, die wir gar nicht liefernkönnen. Als die Sichtung vollendet war, konnte uuser Wieder-aufbauministcrium nnr Vorschläge im Werte von 10 MilliardenPapicrmark, uicht Goldmark, machen. Gört! Hört! rechts.)Was ist nun aus den Verhandlungen, die darüber geführtwordeu sind, herausgekommen? ^ Bis jetzt im ganzen Be-stellungen in Höhe von nnr 300 Millionen Papiermark! (Hört!Hört! rechts.) Und was ist bisher davon ausgeführt wordeu?Nur für 100 Millionen Papiermark; und wenn Sie hier dieUmrechnung in Goldmark zum heutigen Kurse vornehmen,so sind danach bisher knapp 6 Millionen Goldmark im Wegedieser Sachleistungen erfüllt wordeu, — außer Kohle, wie. ichschon gesagt habe, und vielleicht Holz. Das ist eine Summe,die nur einen ganz verschwindenden Teil, noch uicht einmalein Fünftel Prozent dessen ausmacht, was wir jährlich zn leistenhabeu!
Ich spreche die Hoffnung aus, daß es in den Verhand-lungen, die jetzt eingeleitet sind, endlich gelingen möchte,diese Frage der Sachlieferungen in Fluß zu briugen. Aberwenu auch mit Herrn l)>. Rathenan ein Engel vom Himmelheruntergestiegen wäre, das wird er nicht zn Wege bringen nachallein, was wir bisher erlebt haben, daß in der kurzen Zeit,die bis zum 1. Mai zur Verfügung steht, nicht mir Verträgeabgeschlossen, sondern auch Licfeniugeu bewirkt werden in demWerte, wie er uus in den von mir bezeichneten Veröffent-lichungen als wahrscheinlich bereits gedeckt präsentiert wordenist. Das halte ich für gänzlich ausgeschlossen. Darum wäre ich