1. Kapitel. Die Entstehung des Geldes. § 4.
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metalle in der Eignung zur Verrichtung von Geldfunktionen allen an-deren Gütern überlegen, und sie haben infolgedessen die anderen Geld-arten, von denen namentlich das Viehgeld fast überall eine grofse Rollegespielt hat, allmählich verdrängt; freilich nicht in der Weise, dafs dieklare Erkenntnis ihrer Vorzüge irgendwo und irgendwann zu einemausgesprochenen Beschlufs, sie allein als Tauschmittel zu benutzen,geführt hätte; vielmehr hat sich die ihnen innewohnende Eignung zudiesem Zwecke ganz von selbst Geltung verschafft. Indem jeder Ein-zelne that, was ihm für seine persönlichen Interessen zweckmäfsigerschien, kam die Gesamtheit immer mehr zur ausschliefslichen Be-nutzung der Edelmetalle zur Tauschvermittlung.
Das Unbewufste dieser Entwicklung tritt am meisten hervor, wennman erwägt, dafs neben den positiven Vorzügen der Edelmetalle vorallen anderen Tauschmitteln auch ein negatives Moment die Entwick-lung bestimmte. Durch den gesamten Fortschritt der Volkswirtschaft,beruhend auf der immer weiter gehenden Arbeitsteilung, mufsten diewichtigsten der anfänglich neben den Edelmetallen als Tauschmittelfungierenden Güter ganz von selbst ausgeschaltet werden. Wir brauchennur an die neben den Edelmetallen wichtigste Kategorie der Tausch-mittel, an das Viehgeld, zu denken. Es ist ohne weiteres klar, dafsdas Vieh nur bei Nomaden und Hirtenvölkern die Dienste als allge-meines Tauschmittel versehen kann. Nur wo die Bedingungen fürdie Viehhaltung für Jedermann so gut wie unbegrenzt gegeben sind,kann das Vieh in grofsem Umfang den Dienst als Tauschmittel ver-sehen. Schon mit der Einführung und Ausdehnung des Ackerbaueswerden jedoch die Bedingungen für die Viehhaltung beschränkt; siewerden es immer mehr, je mehr sich die einzelnen Berufe von einanderscheiden, und je mehr sich einzelne Berufszweige von dem unmittel-baren Zusammenhang mit dem Grund und Boden loslösen. Gerade fürdiejenigen Berufe, welche späterhin die Geld Wirtschaft am meistenausgebildet haben, für die städtischen Gewerbe, fehlen die Voraus-setzungen für ein Viehgeld vollständig. Wie kann ein Handwerker,der keinen Grundbesitz und kein Weiderecht hat, Ochsen und Küheim Austausch gegen seine Erzeugnisse annehmen!
So mufsten allmählich alle diejenigen Güter, deren Gebrauchswertund deren Aufbewahrung von beruflichen Voraussetzungen abhängigist, als Tauschmittel in Wegfall kommen, und es mufste sich ganz vonselbst ergeben, dafs die Edelmetalle, deren Verwendbarkeit und Auf-bewahrungsmöglichkeit an keine berufliche Voraussetzung gebundenist, und deren natürliche Eigenschaften ihre Annahme im Austauschgegen andere Waren so sehr befördern, immer mehr zum allgemeinenund zum alleinigen Tauschmittel wurden.