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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
178
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178 Erstes Buch. II. Abschnitt. Die Gestaltung der Edelmetallverhältnisse.

bedarfs für Asien ein leichter Rückgang des Silberpreises eingetreten.Während noch im Juni 1866 auf dem Londoner Markte ein durchschnitt-liches Wertverhältnis von 1 :15,19 bestand, näherte sich in der Folge-zeit das Wertverhältnis auf dem Markte immer mehr der Relation derfranzösischen Doppelwährung. Im Durchschnitt des Jahres 1867 wares bereits für das Silber etwas ungünstiger, als der französischen Relationentsprach (1: 15,57), und das weifse Metall wurde von nun an wiederin gröfseren Beträgen zur französischen Münze gebracht. Während inden vier Jahren von 1863 bis 1866 insgesamt nur für wenig mehr als1 Million Frs. Silbercourant ausgemünzt worden Avar, stellten sich diePrägungen der Jahre 1867 bis 1870 auf 259,6 Mill. Frs.; allerdingsüberwogen auch in diesem Zeiträume die Goldprägungen mit 828,2 Mill.Frs. die Silberprägungen noch ganz beträchtlich.

Infolge des Zwangskurses der Noten der Bank von Frankreich schrumpften die Prägungen sowohl von Gold als auch von Silber inden Jahren 1871 und 1872 stark zusammen; sie betrugen

an Silbercourantgeld an Goldmünzen

1871 4710905 Frs. 50 169880 Frs.

1872 389 190

Inzwischen war die Verschiebung im Wertverhältnis der Edel-metalle zu Ungunsten des Silbers beträchtlicher geworden. Gegen Ende1872 betrug die nach dem Londoner Silberpreise berechnete Relation1:15,85 und ging im dritten Quartal 1873 bis auf 1 :16.

Dadurch und durch den Rückgang des Agios auf Metallgeld inFrankreich begann die Ausprägung von Silber auf den Münzstättender Lateinischen Münzunion in hohem Grade lohnend zu werden. InFrankreich allein zeigte das Jahr 1873, in dem überhaupt kein Goldgeprägt wurde, eine Ausmünzung von Silbercourant im Betrage von154,6 Mill. Frs., obwohl vom September an die Silberprägung keineunbeschränkte mehr war. In der ganzen Lateinischen Münzunion erreich -ten die Silberprägungen in diesem Jahre den Betrag von 308,5 Mill. Frs.

Damit war die mit dem Doppelwährungssystem verbundene Gefahrder Umkehr zu einem überwiegenden Silberumlaufe plötzlich in die un-mittelbarste Nähe gerückt, und die Länder des Lateinischen Münzbundeswaren nunmehr zu einer Entscheidung darüber gezwungen, ob sie dieseWirkung ihres Währungssystems hinnehmen oder ihr Währungssystemder Erhaltung eines vorwiegenden Goldumlaufs opfern wollten.

Um die Mitte des Jahrhunderts, als sich im Wertverhältnis derEdelmetalle eine Verschiebung nach der umgekehrten Richtung vollzog jhatte in Frankreich aufser einigen Theoretikern Niemand daran ge-dacht, den vorhandenen Silberumlauf durch eine Aussperrung desherbeiströmenden Goldes zu schützen. Alles, was man gethan hatte,war, dafs man schliefslich das für den kleinen Verkehr notwendige