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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
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3. Kapitel. Die Einzelfunktionen des Geldes. § 6.

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Thesaurierungsfunktion des Geldes keineswegs; diese grofsen Beständesind lediglich das Ergebnis einer gewaltigen Konzentration der baren.Bestände der Einzelwirtschaften, und sie sind, so ungeheuer sie er-scheinen mögen, immer noch gering gegenüber der Summe der einzelnenBarbestände, deren Unterhaltung durch sie überflüssig gemacht wird.

Die Thatsache , dafs au die Stelle der Thesaurierung von Geldimmer mehr die zinsbare Anlage der Geldvorräte tritt, bedeutet nichtsanderes, als dafs die Funktion des Geldes als Wertbewahrungsmittelimmer mehr durch die Funktion des Geldes als Vermittler des Kapital-verkehrs ersetzt wird; richtiger gesagt: dafs immer mehr die erstereFunktion sich mit der letzteren verschmilzt; denn das Geld als solches,allerdings nicht die bestimmten angesammelten Geldstücke, bleibtWertbewahr er, auch wenn es ausgeliehen wird, und alle Gründe, diefrüher die wirkliche Thesaurierung von Geld gegenüber der Ansamm-lung von andern Vermögenswerten begünstigt haben, wirken auch heutenoch dahin, dafs die Vermögen, soweit sie nicht in der Erwerbs- undVerbrauchswirtschaft des Besitzers eine gegenwärtige Verwendungfinden, gerade in Forderungen auf Geld und nicht in Forderungen aufandere Verkehrsobjekte angelegt zu werden pflegen.

Über die Funktion des Geldes als Wertträger durch den Kaum istwenig zu sagen. Als selbständige Funktion kommt die Vermittlungdes Werttransports nur insoweit in Betracht, als das Geld dabei imBesitze einer und derselben Person bleibt, also in den Fällen, in denendas Geld seinen Besitzer bei dessen Ortsveränderungen begleitet. Einselbständiger Dienst des Geldes als Wertträger durch den Raum istz. B. nicht vorhanden bei der Begleichung eines Saldos in der inter-nationalen Zahlungsbilanz durch Geldsendungen; denn hier wird mitdem Gelde der Überschufs der Wareneinfuhr und der dem Auslande zuzahlenden Frachten, Zinsen u. s. w. über die Warenausfuhr und dievom Auslande zu leistenden Zahlungen beglichen. Das Geld fungiertin diesem Falle als Tauschmittel und Zahlungsmittel, und wenn gröfsereinternationale Kapitalbewegungen mitsprechen (Investierung inlän-dischen Kapitals in ausländischen Anleihen oder Unternehmungen undumgekehrt), als Mittel der Kapitalübertragung, mithin als Wertträgervon Person zu Person; als Wertträger durch den Kaum fungiert eszwar gleichfalls, aber nur insoweit und nur deshalb, weil der Standortder Personen, zwischen denen das Geld den Verkehr vermittelt, einverschiedener ist. Dagegen liegt eine selbständige Vermittlung desWerttransports durch das Geld in den Fällen vor, in denen das Geldseinen Besitzer auf Reisen, bei Umzug oder Auswanderung begleitet,oder in denen der Besitzer sein Vermögen oder einen Teil desselben inForm von Geld von einem nach einem andern Orte behufs Aufbewah-