266 Zweites Buch. I. Abschnitt. Das Geld in der Wirtschaftsordnung.
rung oder produktiver Verwendung überträgt. Der Auswanderer z. B.sieht sich genötigt, seinen unbeweglichen Besitz und einen Teil seinerbeweglichen Habe gegen Geld umzusetzen, um überhaupt sein Ver-mögen mit sich nehmen zu können.
Schon der Umstand, dafs ein Tausch oder eine Zahlung regelmäfsigeinen Werttransport erforderlich machen, mitunter einen Werttransportauf grofse Entfernungen, mufste bewirken, dafs nur leicht transportier-bare, also zum Werttransport geeignete Güter, wie insbesondere Edel-metalle, allgemeines Tausch- und Zahlungsmittel werden konnten.Aufser der Leichtigkeit des Transports selbst ist für einen Wert-träger durch den Raum die leichte Verwendbarkeit an dem Orte, nachdem die Übertragung stattfindet, von Wichtigkeit, und dieses Erfordernisist im denkbar höchsten Grade in dem allgemeinen Tausch- und Zahlungs-mittel erfüllt.
Wie die Funktion als Wertbewahrungsmittel, so ist mithin auchdie Funktion als Werttransportmittel teilweise durch dieselben Er-fordernisse bedingt, wie die kardinale Funktion des Geldes als Mitteldes interpersonalen Verkehrs, teilweise erscheint sie als eine Folgeder kardinalen Funktion des Geldes selbst.
§ 7. Zusammenfassung.
Die Betrachtung der einzelnen Funktionen des Geldes ergiebtalles in allem eine Bestätigung für die Richtigkeit und Vollständig-keit der aus der Betrachtung der Stellung des Geldes im Organismusder Volkswirtschaft gewonnenen Definition des Geldbegriffs. Die Funk-tionen als Tauschmittel, Zahlungsmittel und Kapitalübertragungsmittelverhalten sich zu der Funktion als Mittel des Verkehrs zwischenden wirtschaftenden Individuen wie Teile zum Ganzen, sie sind Teil-funktionen der Grundfunktion des Geldes. Die Funktion als Wertmafsergiebt sich mit Notwendigkeit aus der Funktion als Instrument desinterpersonalen Verkehrs, insbesondere aus der Funktion als Tausch-mittel ; sie läfst sich als eine Konsekutivfunktion des Geldes bezeichnen.Die Funktionen als Wertbewahrungs- und Werttransportmittel sindeinerseits bedingt durch ähnliche Erfordernisse, wie die Grundfunktiondes Geldes, anderseits ist das Geld in seiner Eigenschaft als Tausch-,Zahlungs- und Kapitalübertragungsmittel besonders geeignet für The-saurierungs- und Werttransportzwecke. Da jedoch der Zusammen-hang mit der Grundfunktion des Geldes kein derartig enger undzwingender ist, wie bei der Funktion als Wertmafs, da aufserdem dasGeld sich in die genannten Funktionen mit anderen Verkehrsobjektenteilt, haben wir es hier mit Nebenfunktionen des Geldes zu thun.
Alle in der Regel aufgezählten Einzelfunktionen des Geldes führenmithin, sei es als Teilfunktionen, sei es als Konsekutiv- oder Neben-