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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
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3. Kapitel. Die Einzelfunktionen des Geldes. § 7.

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funktionell auf die eine Grundfunktion als Instrument des interpersonalenVerkehrs zurück.

In ihrer Gesamtheit ist die Institution des Geldes eine unentbehr-liche Voraussetzung für unsre auf Arbeitsteilung, Privateigentum undfreier Selbstbestimmung der Individuen beruhende Wirtschaftsver-fassung. Nur die durch das Geld gegebene, nahezu unbegrenzte Ver-kehrsmöglichkeit hat die wirtschaftliche Bethätigung des Einzelnen vonder Bindung an den Bedarf der eignen Person oder eines eng be-grenzten Kreises unmittelbarer Abnehmer der eignen Erzeugnisse be-freit und damit eine über die primitivsten Anfänge hinausgehendeArbeitsteilung gestattet; nur das in dem Gelde gegebene Verkehrs-instrument ermöglicht unter Wahrung der persönlichen Freiheit undunter Aufrechterhaltnng des Privateigentums die Organisation derProduktion in der Unternehmung, die Zusammenfassung von Arbeits-kräften und Kapitalien zu einem einheitlichen Produktionszweck unddie Entlohnung der Arbeit und des Kapitals aus den Erträgnisseneiner solchen Unternehmung; nur das Geld hat die Voraussetzunggeliefert für die gewaltige Ansammlung mobilen Vermögens, dessendie rationelle und ergiebige Produktion ebenso sehr bedarf wie derArbeit und der Arbeitsteilung; nur das Geld schliefslich ermöglichteine Übersicht über die Rentabilität der einzelnen Produktionszweigeund dadurch eine aus dem freien Spiel der wirtschaftlichen Kräfteselbstthätig hervorgehende Regulierung der Produktion nach dem Bedarf.

Infolgedessen kann das Geld aus unsrer Wirtschaftsordnung nichtausgeschaltet werden, ohne dafs diese Wirtschaftsordnung selbst da-durch umgestürzt würde. Alle Schwierigkeiten, die mitunter aufdas Geld als solches zurückgeführt werden, insbesondere die Schwierig-keit, jederzeit zu lohnenden Preisen Abnehmer für die eignen Er-zeugnisse und die eigne Arbeitsleistung zu finden, beruhen in letzterLinie nicht auf der Dazwischenkunft des Geldes, sondern auf derStruktur unsrer Wirtschaftsverfassung, innerhalb welcher der Bedarfder Gesamtheit die wirtschaftliche Thätigkeit des Einzelnen geradedurch die Leichtigkeit und Schwierigkeit des Absatzes reguliert. Essoll keineswegs in Abrede gestellt werden, dafs Mängel in der Ein-richtung des Geldwesens und Störungen des Geldwesens zu schwerenStörungen im Verkehr und im gesamten Wirtschaftsleben führenkönnen; aber die Behauptung, dafs das Geld an sich durch sein blofsesVorhandensein den Absatz von Waren erschwert, steht im vollstenWiderspruche zu der ^tatsächlichen Wirksamkeit des Geldes. DieseBehauptung wird mit dem Hinweis darauf vertreten, dafs in der Geld-wirtschaft ein jeder Einzelne gezwungen sei, seine Erzeugnisse oderseine Arbeitskraft gegen Geld zu verkaufen, weil er selbst nur mitGeld kaufen könne, dafs er mithin in der Möglichkeit des Absatzes