3. Kapitel. Die Einzelfunktionen des Geldes. § 6.
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anderseits nicht nur Anweisungen auf Sachgüter, sondern auch aufArbeitsleistungen geben müssen. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist,ebenso wie die Herstellung des Gleichgewichts zwischen Produktionund Bedarf, innerhalb unserer Gesellschaftsordnung eine Unmöglich-keit. Darin zeigt sich, dafs auch auf dem Wege der Tauschbank mitdem Gelde ein Rad aus der Maschine unsrer Wirtschaftsordnung aus-geschaltet werden würde, ohne das die Maschine nicht mehr funk-tionieren könnte. Nur das Geld, das im freien Austausch von Indi-viduum zu Individuum als Gegenwert für alle übrigen Wertobjekteund alle Leistungen gegeben wird, in einem Verhältnis, das jeweilsdurch das Gesamtverhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmtwird, giebt, die Möglichkeit, die Arbeit und den Kapitalbesitz desEinzelnen unter Aufrechterhaltung seiner wirtschaftlichen Selbst-bestimmung in den Dienst der Gesamtheit zu stellen und ihm ander-seits aus den Erzeugnissen der Gesamtheit die Gegenstände seinesBedarfs zuzuführen; kurz: nur das Geld ermöglicht das in unsrerWirtschaftsordnung verwirklichte Kompromifs von persönlicher Frei-heit und gesellschaftlicher Organisation.