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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
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Zweites Buch. III. Abschnitt. Die Geldverfassnng.

Feingold. Für diese relativ hohe Prägegebühr führte er jedoch nichtnur den dargelegten finanziellen Gesichtspunkt an, sondern auch einevolkswirtschaftliche Erwägung; er behauptete, durch eine relativ hoheGebühr werde der Wert des geprägten Geldes in entsprechender Weiseüber seinem blofsen Stoffwerte gehalten, und dadurch werde die Ausfuhrund die Ein Schmelzung des geprägten Geldes erschwert.

Gegenüber diesen Ausführungen zu Gunsten einer reichlichen Be-messung der Prägegebühr ist Folgendes zu sagen:

Es liegt keinerlei Grund vor, diejenigen, welche Gold ausprägenlassen, mit den Kosten der Abnutzung und der späteren Umprägungder für ihre Rechnung ausgeprägten Stücke zu belasten. Die deutschenStaaten hatten im Gegensatz zu England die Einziehung undUmprägung der unter das Passiergewicht abgenutzten Stücke deshalbauf die Kosten der Allgemeinheit übernommen, weil die Stücke sichim Dienste der Allgemeinheit abnutzen; die auf Privatrechnung aus-geprägten Stücke laufen aber ebensogut im Dienste der Allgemeinheitum, wie die auf Staatsrechnung ausgeprägten. Ebenso wie man dasenglische System, das den Verlust der Abnutzung auf dem letzten zu-fälligen Inhaber sitzen läfst, als unbillig empfand, ebenso mufste des-halb die Belastung des Ausprägers mit den nicht durch die Prägung,sondern durch den Umlauf entstehenden Kosten als unbillig erscheinen.Im übrigen war die von Michaelis für die Prägegebühr aufgemachteApothekerrechnung" aus sich selbst heraus leicht ad absurdum zuführen; man hat ihr mit Recht entgegen gehalten, dafs konsequenter-weise auch der Verlust an der Abnutzung der einmal umgeprägtenStücke und die Kosten der zweiten Umprägung u. s. w. in infinitum derPrägegebühr zugeschlagen werden müfsten.

Auch der angebliche Schutz gegen Ausfuhr und EinSchmelzungdes gemünzten Geldes kann durch eine hohe Prägegebühr bei freierPrägung nicht geschaffen werden. Eine hohe Gebühr kann nur solangeden behaupteten Einflufs auf das Wertverhältnis zwischen geprägtemund ungeprägtem Metall ausüben, als der Bedarf der Volkswirtschaftan geprägtem Metall für die innere Cirkulation den Bedarf an Metallfür industrielle Zwecke und für die Ausfuhr übersteigt. Tritt aberder umgekehrte Fall ein. dann mufs der Wert des geprägten Geldesnotwendigerweise auf den Wert seines Metallgehaltes herabgehen;der angebliche Schutz gegen Einschmelzung und Ausfuhr versagt alsogerade unter den Umständen, unter denen er in Wirkung zu tretenhätte. Umgekehrt bildet eine hohe Prägegebühr immerhin eine ge-wisse Erschwerung für einen Zuflufs von Währungsmetall; im inter-nationalen Edelmetallhandel sind die kleinstenMargen" ausschlag-gebend; der Arbitrageur berechnet auf Bruchteile von Promillen, obder Ankauf von Wechseln auf Deutschland oder die Versendung und