Zweites Buch. III. Abschnitt. Die Geklverfassnns'.
päischen Mächte in China, der gleichfalls eine Unterbrechung in dersinkenden Tendenz des Silberpreises herbeiführte.
Während die Zahlungsbilanz zwischen Ländern mit gleicher Wäh-rungsgrundlage nur die geringfügigen Schwankungen um das un-bedingt feststehende Pari bewirken kann, ist mithin die Zahlungs-bilanz zwischen Gold- und Silberwährungsländern im stände, die Paritätselbst zu verschieben. Immerhin ist die Zahlungsbilanz der Silber-währungsländer nur ein einzelner unter vielen und teilweise mäch-tigeren Faktoren, welche für die Preisbildung des Silbers in Betrachtkommen. Die Verhältnisse der Silberproduktion, die Gestaltung derMünzpolitik der grofsen Handelsstaaten und die Nachfrage nachSilber zu industriellen Zwecken müssen in ihrer Gesamtheit in derEinwirkung auf die Preisgestaltung des Silbers den Einflüfs der Nach-frage nach Zahlungsmitteln für Silberwährungsländer ganz erheblichübertreffen. Auch bei dem Verhältnis zwischen Gold- und Silber-valuten ist mithin das jeweilige Pari durch den jeweiligen Wert desSilbers gegenüber dem Golde festgelegt, und um dieses Pari könnennur die bezeichneten geringen Schwankungen stattfinden, wenn auchder in Goldgeld ausgedrückte Silberpreis und damit das Pari zwischenden Gold- und Silbervaluten einer gewissen Beeinflussung durch dieZahlungsbilanz der Silberwährungsländer unterliegt.
Im vollen Gegensatz zu den zwischen gebundenen Währungenbestehenden Beziehungen steht das Verhältnis der freien Währungenzu den ausländischen Geldsystemen. Da bei diesen der Wert desGeldes nicht mit einem dritten Gute verbunden ist, haben alle die-jenigen Einflüsse, welche bei den gebundenen Währungen nur die durchdie Ein- und Ausfuhrpunkte für Edelmetall begrenzten unbedeutendenWechselkursschwankungen um die Parität bewirken können, bei denfreien Währungen für die Wertgestaltung der Valuta einen sehr vielgröfseren Einflüfs; sie bewirken hier Schwankungen von vielen Pro-zenten, während sie dort nur Schwankungen von wenigen Promillenhervorrufen können. Während ein vollwertiges Geld jederzeit einge-schmolzen und bei gleicher Währungsgrundlage durch Umprägung oder,wenn Gold- und Silberwährung sich gegenüberstehen, durch Verkaufdes gewonnenen Barrenmetalls in das Geld des andern Landes mitverbaltnismäfsig geringen Kosten umgewandelt werden kann, kannein Papiergeld weder als blofser Stoff verwendet, noch in das Geldeines andern Landes umgewandelt werden, und damit ist die Möglich-keit seiner totalen Entwertung gegenüber dem Gelde andrer Ländergegeben. Während ferner bei gebundenen Währungen das Währungs-metall oder das vollwertige Geld der Länder mit gleicher Währungs-grundlage im Wege der freien Ausprägung jederzeit in inländischesGeld verwandelt werden kann, wodurch dem Steigen der inländischen