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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
424
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424 Zweites Buch. IV. Abschnitt. Geldbedarf, Geldversorgung und Geldwert.

gorien sein; eine Veränderung der Geldmenge bei unveränderter Waren-menge läfst mithin den Gesamtwert des Geldes unverändert, bewirktaber gerade deshalb eine Veränderung des Wertes der einzelnen Geld-stücke, und zwar in der Weise, dafs bei unveränderter Warenmengedurch eine Vermehrung der Geldmenge eine entsprechende Verminde-rung des Wertes des einzelnen Geldstückes, durch eine Verminderungder Geldmenge eine entsprechende Steigerung des Wertes des einzelnenGeldstückes hervorgerufen wird.

Diese Auffassung ist leicht zu widerlegen durch den Hinweisdarauf, dafs von dem gesamten Gütervorrate einer Nation sich stetsnur ein Bruchteil im Zustande der Übertragung befindet und so demGelde gegenübertritt, dafs ferner in weitaus den meisten Einzelwirt-schaften die Vorräte an barem Gelde nur einen geringen Bruchteildes in anderen Gütern (wie Grund und Boden, Gebäuden, Maschinen,Rohstoffen, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenständen u. s. w.) investiertenVermögens ausmachen.

Diese sehr naheliegende Wahrnehmung hat zu der Einschränkungder eben dargestellten Auffassung geführt, dafs die Menge des Geldesdem Werte nach der Menge nur der veräufserlichen oder zur Ver-äufserung bestimmten Güter entsprechen müsse. Von dieser Ansichtbrauchte es nur einen kleinen Schritt zu der weiteren Modifikation,dafs ein Bedarf an Geld nur soweit vorhanden sei, als thatsächlichWaren umgesetzt werden. Da nun aber ein und dasselbe Geldstückin einem gegebenen Zeitraum wiederholt von Hand zu Hand gehenund so wiederholt Umsätze vermitteln kann, so ist schliefslich dielange Zeit hindurch herrschende Theorie entstanden, dafs der Geld-bedarf einer Volkswirtschaft sich bestimme: erstens nach der Gesamt-menge der in einem gegebenen Zeitraum umzusetzenden Waren,zweitens nach derUmlaufsgeschwindigkeit" des Geldes. Man hatdiesen Satz durch das Gleichnis zu erläutern gesucht, dafs die Leistungeines Transportschiffes sich nicht nur nach seinem Raumgehalte,sondern auch nach der durch seine Fahrgeschwindigkeit bedingten An-zahl seiner Fahrten innerhalb einer gegebenen Zeit bestimme; manhat ihn ferner in eine mathematische Formel gebracht; indem manden Gesamtwert der jährlichen Umsätze = n, die benötigte Geldmenge= m, die durchschnittliche Cirkulationsgeschwindigkeit des Geldes,d. h. die Anzahl von Malen, welche das Geld innerhalb eines Jahresvon Hand zu Hand gellt', = s setzte, kam man zu der Gleichung:

m =Stuart Mill präcisiert diesen Gedanken in folgenden

s

Worten:If each piece of money changes hands on an average ten

1) Vergl. Roscher , Grundlagen der Nationalökonomie. 23. Aufl. 1890. S. 855 ff.