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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
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490
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490 Zweites Buch. IV. Abschnitt. Geldbedarf. Geld Versorgung und Geldwert.

Gestaltung von Angebot und Nachfrage auf den zu erzielenden Gegen-wert ein, sondern der erzielte Gegenwert übt seinerseits auch einegewisse Rückwirkung auf die Gestaltung von Angebot und Nachfrageaus; ein hoher Preis ist geeignet, die Nachfrage zu beschränken unddas Angebot zu erhöhen, ein niedriger Preis wirkt nach der um-gekehrten Richtung. In dem Grade dieser Wechselwirkung sind diewichtigsten Besonderheiten der Preisbildung bei den einzelnen Kate-gorien der Verkehrsobjekte begründet. Je unentbehrlicher ein Gut,je gröfser und dringender deshalb die auf dasselbe gerichtete Nach-frage ist, desto höher wird bei geringerem Angebot der Preis steigenmüssen, um die Nachfrage entsprechend zu beschränken; je wenigerausdehnungsfähig die Nachfrage ist, desto stärker mufs ein steigendesAngebot auf den Preis drücken, um Absatz zu finden. Daraus erklärtsich die bekannte Beobachtung, dafs die Preise derjenigen Güter, dieeinerseits in einem gewissen Quantum von jederman benötigt werden,an deren Anhäufung über ein gewisses Mafs hinaus jedoch niemandein Interesse hat, wie etwa die notwendigsten Nahrungsmittel, be-trächtlich stärkeren Preisschwankungen unterliegen als Luxusgüter,die zwar entbehrlich sind, deren Absatzmöglichkeit auf der andernSeite aber praktisch unbegrenzt ist. Auf der Seite des An-gebots ist die Ausdehnungs- und Beschränkungsfähigkeit gleichfallsbei den einzelnen Gütern sehr verschieden. Je weniger beschränkungs-fähig das Angebot ist, desto stärker mufs bei sinkender Nachfrageder Preis zurückgehen; so z. B. ist der Preis bei Gütern, die einemraschen Verderb unterliegen, einem stärkeren Sinken ausgesetzt,als bei dauerhafteren Gütern, deren Angebot wenigstens zeitweisezurückgehalten werden kann. Je schwerer andrerseits das Angebotausgedehnt werden kann, desto stärker müssen bei wachsender Nach-frage die Preise steigen; daraus erklärt sich die Verschiedenartigkeitder Preisbewegung der Güter, die ohne Steigerung der Kosten be-liebig vermehrbar sind, und der Güter, die entweder überhaupt nichtoder nur zu steigenden Kosten vermehrt werden können, wobei dieUnmöglichkeit oder Schwierigkeit der Vermehrung ebensowohl innatürlichen als auch in rechtlichen Verhältnissen (Monopolen) ihrenGrund haben kann. Es braucht nicht hervorgehoben zu werden,dafs wir es bei den auf der Seite des Angebotes wirksamen Verhält-nissen mit dem Faktor der Schwierigkeit der Beschaffung, bei denauf Seiten der Nachfrage wirksamen Verhältnissen mit dem Faktorder Brauchbarkeit zur Befriedigung von Bedürfnissen zu thun haben.

Auf unser besonderes Problem angewendet, ergeben diese für denVerkehrswert der Güter im allgemeinen entwickelten Sätze, dafs auchdie auf der Seite des Geldes wirksamen Bestimmungsgründe für dasAustauschverhältnis zwischen dem Gelde und den übrigen Verkehrs-