508 Zweites Buch. IV. Abschnitt. Geldbedarf, Geldversorgung und Geldwert.
Arbeitskräften drückt schüefslich auch die Arbeitslöhne, und zwarunter Begleiterscheinungen, die für Unternehmer und Arbeiter gleichtraurig sind.
Veränderungen des Geldwertes sind mithin — einerlei nach welcherRichtung hin sie erfolgen — geeignet, bedenkliche Verschiebungenin der Einkommens- und Vermögens Verteilung, Erschütterungen derGrundlagen einer jeden wirtschaftlichen Kalkulation und damit er-hebliche Störungen im ganzen Wirtschaftsleben hervorzurufen. Sowohlim allgemeinen Interesse der Volkswirtschaft als auch aus Gründender Gerechtigkeit erscheint deshalb die möglichste Stabilität des Geld-wertes, d. h. die möglichste Unveränderlichkeit der auf Seiten desGeldes wirksamen Bestimmungsgründe für die Austauschverhältnisse,als das erstrebenswerte Ziel.
Wenn in diesen Ausführungen versucht wurde, die Begleiterschei-nungen und Folgen der Geldwertverschiebungen darzustellen, so darfder Hinweis nicht unterlassen werden, dafs wir es hier nicht mit Wir-kungen zu thun haben, die unbedingt eintreten müssen, dafs vielmehrdie auf der Seite der übrigen Verkehrsobjekte wirksamen Faktorengeeignet sind, die vom Gelde ausgehenden Wirkungen aufzuheben undzu überbieten. In Anbetracht der oben dargelegten Thatsache , dafsdie Besonderheit der auf der Seite des Geldes wirksamen Bestimmungs-gründe dem Werte des Geldes eine weit gröfsere Beständigkeit sichert,als wir sie bei den meisten andern Verkehrsobjekten voraussetzendürfen, müssen wir sogar damit rechnen, dafs in der ^tatsächlichenGestaltung der Austauschverhältnisse und der Bewegungsvorgänge derVolkswirtschaft die vom Gelde ausgehenden Wirkungen gänzlich durchdie von den übrigen Verkehrsobjekten ausgehenden Wirkungen in denHintergrund gedrängt werden. Je weniger sich in den ^tatsächlichenVorgängen und Erscheinungen ein Einfiufs des Geldes nachweisenläfst, je indifferenter das Geld für den Gang des Wirtschaftslebens ist,desto mehr nähert sielt das Geld dem Ideal der Unveränderlichkeitseines Wertes.
§ 6. Die Wirkungen der Valutaschwankungen.
Ein specieller Fall von Veränderungen des Geldwertes, der hiernoch kurz berührt werden mufs, liegt vor, wenn eine Verschiebungder Valuten zweier Länder, die miteinander in Verkehrsbeziehungenstehen, eintritt. Die in den gegenseitigen Wechselkursen sich zeigendeVeränderung, die eine Entwertung des Geldes des einen Landes gegen-über dem Gelde des andern Landes bedeutet, kann aus Ursachen hervor-gehen, die nur in dem Geldwesen der beiden Länder liegen; so intVerhältnis von Goldwährungsländern und Silberwährungsländern auseiner Veränderung des Wertverhältnisses der beiden Edelmetalle oder