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Kurt Ehristoph, Grak von Schwerin.
Geb. d. 2«. Oct. 1684, gest. d. 8. Mai >757.
Ein deutscher Kriegsheld, dessen Name ruhmreich nebendem seines Königs und eines Ziethen steht, und ebensovolksthümlich geworden ist, wie die Namen dieser beidenunsterblichen Helden. Graf von Schwerin wurde inSchwedisch-Pommern geboren, und beabsichtigte alsJüngling die wissenschaftliche Laufbahn zu verfolgen.Er verbrachte seine Jugendzeit, nachdem er das älter-liche Haus verlassen hatte, als Studirender auf denHochschulen zu Leyden, Greifswalde und Rostock, warauch poetisch begabt, und dichtete mehrere geistlicheLieder, sowie er sich eifrig dem Studium der lateinischenund der neuern Sprachen widmete. Dennoch entschiedsich Schwerin für den Kriegerstand und wurde imJahre 1700 Fähndrich im holländischen Dienst. Dietüchtigste Schule nahm ihn auf; die lorbeergekröntenHeldenprinzen Eugen und Malborough wurden ihm Leh-rer, und ihr Ruhm wurde das Ziel seines Strebens.Der österreichische Erbfolgekrieg bot volle Gelegenheit,sich hervorzuthun in Waffenthaten, und nach 5 Jahrenwar der junge Fähndrich schon Hauptmann. Im darauffolgenden Jahre trat Hauptmann Schwerin in mecklen-
burgische Dienste, und rückte im Heere des Herzogsschnell zum Obersten auf. Sein Kriegsherr sandte ihnin geheimen Aufträgen an König Karl XII. vonSchweden nach Wender; er brachte auf dieser Sendungein Jahr zu, sah sich nach seiner Rückkehr zum Bri-gadegeneral ernannt, und nicht lange darauf empfingSchwerin den Rang eines Generalmajors.
Im Jahre 1710 ereigneten sich Streitigkeiten zwi-schen dem Herzog von Mecklenburg und den Ständendes Landes, welche auf die gefährlichste Spitze getriebenwurden, die endlich dahin gedieh, daß der Kaiser ein Ere-cutionsheer von hannoverschen Truppen in das Landsandte, um mit Gewall der Waffen diese Zwiste bei-zulegen. Da stellte der Herzog Schwerin an die Spitzeseines eigenen Heeres, und dieser schlug die Strafhan-noveraner bei Walsmölen aufs Haupt, und legte dieobwaltenden Streitigkeiten in kürzester Frist bei.
Mittlerweile erwarb König Friedrich Wilhelm l.von Preußen die Provinz Vorpommern und wurdedadurch Schwerins Landesherr. In dessen Dienste tratnun Schwerin , wurde zu wichtigen diplomatischen Sen-