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Jahrhundert v. Chr. erwähnt ein egyptisches Gesetz, nach welchemdas Wertverhältnis des Goldes zum Silber auf 2^/2:1 festgesetztwar. Das Silber war also damals in Egypten im Verhältniß zumGold 12 mal so teuer wie heute. Auch in der ganzen späteren Zeitist Silber in Afrika nur in verschwindend kleinen Mengen ge-wonnen worden. Neuerdings hat man jedoch auch in Transvaal.Silberlager entdeckt.
2. Asten. Auch für Asien ist es zunächst auffallend, daßauf dem ganzen großen Kontinent Silber nirgends in bedeutenderMenge (im Altai jährlich etwa 11,000 1:^) produziert wird, und daßvon ganz Süd- und Ostasien auch keine hervorragenden verlassenenProduktionsstätten von Gold bekannt sind, obwohl anzunehmenist, daß nicht alles Gold des im Altertum als goldreich berühmtenIndiens aus Ophir stammte. Im südlichen Indien (Mysore ) istallerdings der Goldbergbau neuerdings in bedeutendem Aufschwungbegriffen, so daß das englische Indien 1894 mit einem Produktions-quantum von nahezu 6 Tonnen Gold in der Weltstatistik erscheint.
In China sind zwar eine Reihe von Goldvorkommen durchReiseschilderungen bekannt geworden, aber über die Höhe derProduktion früher und jetzt sind keine zuverlässigen Daten in dieOeffentlichkeit gedrungen. In Japan sind Gold- uud Silberberg-werke seit mehr als tausend Jahren in Betrieb und haben zurZeit schon beträchtliche Tiefen erreicht. Im Jahr 1894 wird Japan mit 730 Gold und 60 000 Silber und Korea mit 700 IcZGold in der Produktionsliste aufgeführt.
Alle bisher angeführten asiatischen Goldvorkommen ver-schwinden aber gegenüber der Goldausbeute von Sibirien . ImJahr 1745 entdeckt, aber erst seit den 30 er Jahren unseres Jahr-hunderts von Wichtigkeit, haben sich die Goldwäschereieu von derOstseite des Urals an allmählig immer weiter nach Osten verbreitetund siud jetzt in allen sibirischen Flußthälern bis zum Amur invollem Gang.
Ungefähr im Jahr 1880 wurde mit einer Produktion von43 Tonnen (auch die russischen Zahlen Pflegen höher zu sein, weitstesich auf Rohgold beziehen) das Maximum erreicht, dann ging die-selbe zeitweilig auf 33 Tonnen zurück, hat aber 1894 wieder41 Tonnen überschritten. Bemerkenswert ist, daß von dieser Produktionnur etwa 6°/o durch Gangbergbau, alles übrige durch Waschenaus dem Sande gewonnen wird. Die Aussichten der russisch-sibirischen Goldprodnktion werden verschieden beurteilt. Ungünstigwirkt der Umstand, daß es sich hier um Schwemmgold handelt,welches erfahrungsmäßig rasch abgebaut wird. Im großen Durch-schnitt wird das sibirische Gold aus '/2—1 m mächtigen Sand-lagern gewaschen, deren Goldgehalt in den Jahren 1880—1891zwischen 1,t> und 2,1 Z auf die Tonne Sand wechselte. Es ver-steht sich nun, daß das im Sand verbreitete Gold ursprünglich