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und Kupfererze in Montana als sehr nachhaltig erwiesen. Wie großdie Entwicklung des Silberbergbans in den westlichen Staaten derUnion in den letzten 15 Jahren, also in der Zeit gewesen ist,in welcher der Preisfall des Silbers von Jahr zu Jahr größergeworden ist, zeigt sich darin, daß von 1879—1892 die Silber-Produktion in Kolorado von 282 auf 747 Tonnen, in Montana von 54 auf 540, in Jdaho von 16 auf 98 und in Utah von 151auf 252 gestiegen ist. Von 1893 auf 1894 ist allerdings dieProduktion der Vereinigten Staaten infolge der im Lauf des Jahrs1893 eingetretenen neuen Preisstürze des Silbers um 18°/g ge-fallen, aber dieser Fall blieb weit unter dem allgemein erwarteten,hatten doch die Sachverständigen der Berliner Silberkommissioneinen solchen von 33 bis 50°/g für sicher gehalten. Das Produktvon 1894, in welchem Jahr keine wesentliche Preisänderung mehrstattfand, kann nun annähernd als das Produkt derjenigen Grubenangesehen werden, welche infolge der gleichzeitigen Gewinnung vonBlei, Kupfer oder Gold, zum Teil auch infolge besonders hohenSilbergehaltes, so geringe Selbstkosten haben, daß sie bei einemSilberpreis von 80—90 Mark per KZ noch bestehen können. Da-gegen lassen die Ausführungen der Sachverständigen der BerlinerSilberkommission kaum einen Zweifel darüber, daß die Produktionder Vereinigten Staaten schon bei einem Preisaufschlag auf etwa105 Mark um 12 —15"/g steigen würde. Ganz unberechenbarwäre aber die Erhöhung der Produktion, wenn der alte Preis von180 Mark wieder hergestellt würde.
3. Anstralien. Hier wurde das erste Alluvialgold 1851iu Neusüdwales entdeckt, aber schon im nächsten Jahr wurde dasweit größere Schwemmgoldvorkommeu in Viktoria bekannt, und1853 war bereits das Maximum der australischen Goldpro-duktion mit 102 Tonnen erreicht, womit sogar das Maximumvon Kalifornien übertroffen war. Es war dies lauter Waschgoldund erst 1854 begann die Gewinnung des Goldes direkt aus denQuarzgängen. Die Goldproduktion hat sich dann bis 1886 ganzallmählich bis auf 43 Tonnen vermindert, ist aber seitdem wiederin langsamein Steigen begriffen und hat 1894 wieder fast 58Tonnen erreicht.
In der Kolonie Viktoria hat der Gangbergbau zuerst diegrößte Ausdehnung erlangt und ist bereits bis zu einer Tiefe vonüber 600 w vorgedrungen. Von der Produktion, welche 1885 bis1892 ziemlich gleichmäßig jährlich etwa 18 Tonnen, also ebensoviel wie zu derselben Zeit Kalifornien geliefert hat, kommen ebensowie dort 6 Tonnen auf Waschgold und 12 Tonnen auf Ganggold.Die Produktion von letzterem scheint allerdings 1876 noch größergewesen zu sein, sie ist aber in den alten Revieren seit 1892 wiederim Steigen begriffen. Am meisten gestiegen ist aber die Ganggold-gewinnung in der Kolonie Queenslcmd, wo 1877 nicht ganz 6