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Die Währungs-Debatte im englischen Unterhaus vom 17. März 1896
Entstehung
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Die Verhandlungen im englischen Unterhausvom 17. März !89v.

(Z!ach derTimes" vom Itt. März 18!»0, S. V ff.)

Mr. H, Whitcleü stellt in Betreff der Währnngsfrage folgenden Antrag ^Tas Hone möge sich dalstn nnosprechen, dost die Unbeständigkeit desWertverhältnisses von Gold und Silber, seit dem vorgehen der loteinischenUnion im Jahre 1873, den wichtigsten Interessen Englands geschadethabe. Demgemäß möge es der Regierung dringend empfelsten, allesivas in ihrer Macht liegt, zn thnn, nm dnrch ein internationales Ueber-einkommen ein stabiles Wertverhältnis zwischen Gold und Silber (» stnl)!«'inonbwrv Mr ot' sxcluvn^ö Iiet^vvsn ^olä ^ silver) herzustellen."Ter Antragsteller beschränkt sich in seiner Motivierung nnf die prak-tische Seite der Frage und ihre Tragweite sür die Handelsinteressendes Landes. Er vertrete ein grosses Industrie-Zentrum im Norden undsei, wenn das Parlament nicht tage, in jenem Teil des Landes stets ansden großen Industrie- und Börsenplätzen anwesend, so das? er deren Ge-danken dem Hanse darlegen tonne. Die Frage einer Wäbruugsresorui uuuerscheine dort nicht nur wichtig, sondern fast als Lebensfrage, und diessei nicht nur die Anschauung der Arbeitgeber, sondern die arbeitende»Älasse» nähmen daran fast noch mehr Anteil. Die Empfindung sei dorteine fast allgemeine, daß eine Lösnug der Frage gefunden werden müsse,und zwar aus dem Grnude, weil das Rückgrat alles Handels Stetigkeitund vertrauen sei. Mehr vielleicht als irgend etwas sonst haben nns inden letzten Jahren die heftigen Schwankungen zwischen den beiden Metallengeschadet, welche das Bertra»e» zerstörten und uuseru Handel beengten. FürAckerbau, Handel nud Industrie würde, nach seiner Ansicht, ein ungemeinerVorteil gewönne» sein, wenn durch eine Aeuderuug Stetigkeit uud Pertraueuin die Ha»delsbeziehu»ge» gebracht werde» würde. Ma» könne vielleichtden Einwurf erheben, daß eine solche Aendernng die Preise der Güter nnd desLebensunterhalts lstuaufschraube. Aber der Preis eines Gutes oder dessen Billigtcit, hänge zumeist davon ab, was ein Mensch ausgeben könne; selbst billigePreise hätten keinen Wert sür die ^ehntausende,die,ivie im letzten Winter, ohneArbeit nnd Geld waren. Selbst wen» die Lebeiismittel etwas im Preise steige»sollte», so glaube er, daß dies mehr als genügend dadurch ausgeglichen werde,daß der bessere Geschäftsgang in der Industrie eine größere Regelmäßigkeit i»Arbeit und Bezahlung herbeiführen werde. Es bleibe die Frage übrig, ob diebefürwortete Aeuderuug m ögli ch sei. I» dieser Beziehung spreche der Be-richt der Gold- uud Silberkommission vom Jahr 1888 die übereiustimmeiideMeiuuug, a»ch der moiwmetallistisch gesiuuteu Mitglieder dieser Kommission'mit Inbegriff des Mitglieds der Universität London , Sir I. Lubbock,dahin aus, daß sür die Zukunft eine angemessene Relation aufrecht er-halten werden tonnte, wenn die beteiligten Nationen ein bimetallistischesSustem mit dieser Relativ» annehme» »»d dorn» sesthalte» würde». Redner