Das Schwierigste, was ihm gelungen, ist nicht sowohlder Staatsstreich als die fünfzehn Jahre machtvollerHerrschaft,welche darauf folgten. Mit Hilfe der heutigen französischenZustände können wir uns erst recht lebhaft eine Vor-stellung von der Ratlosigkeit der Lage zur Zeit der zweitenRepublik wachen. Man denke sich das rein persönlicheGezanke der Parteien der Gegenwart ohne einen Mittel-punkt wie Thiers, ohne die Fremden im Lande, ohne denBelagerungszustand in der Hälfte der Departements, undman kann sich deukeu, wie der bürgerliche Orduungsmeuschbereit war, sich Einem in die Arme zu werfen, welcher derSache ein Ende machte, indem er sich die Kaiserkrone aufoHaupt setzte, welche ihm durch die Wahl vom 10. De-zember 1848 faktisch angeboten war. Napoleon war ge-wählt worden als Neffe des Kaisers. Die Legende lebteund wäre nicht so bald umzubringen gewesen ohne einezweite Niederlage in Fleisch und Blut. Hätte Frankreich nicht sein zweites Empire von 1850 bis 1870 bekommen,so hätte es sich dasselbe ein anderes Mal gesucht; der Glaubemußte sich ausleben, das Land war davon durchsättigt. Mauweiß, was Louis Philipp selbst alles gethan, um diesenseinen Feind durch Schouuug groß zu ziehen, weil er dessenMacht fühlte. In die Verschwörung von Straßburg waren eine Menge Generale und höhere Offiziere verwickelt,der König drückte die Augen zu, um nicht sehen zu müssen,mit wie vielen Verrätern er nmgeben war. Den GeneralExcelmans, seinen Adjutanten, der sich beinahe selbstdenunziert, machte er zum Pair, und nach allen Komplottenließ er schließlich noch durch seinen Sohn die Asche vonSt. Helena holen. Diesen tiessitzenden Glauben an denRuhmes- und Soldatenkaiser deni französischen Bürgerund Bauer auszutreiben, war in der That ein historischer
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