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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
Seite
11
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stärker hinaufgeschraubt worden waren. Das Angebot hierin hatte sich dem-entsprechend verringert, während die Nachfrage zu bestimmten Anlagezweckensich gehoben hatte.

Dank starker Goldeinfuhren, die durch Bewilligung zinsfreier Vorschüsseseitens der Bank erleichtert wurden und einen Einfuhrüberschuß von 205 Mil-lionen Mark ergaben, kräftigte sich der Goldbestand, was denn auch eineerfreuliche Besserung des Metallvorrates (911,4 gegen 817,1 Millionen Markim Vorjahre) und damit eine Besserung der Notendeckung zur Folge harte.

Das erste Halbjahr 1902 zeigt sogar wiederholt Überdeckungen der Notendurch den Barvorrat, ein Beweis für die am Markte herrschende Geldflüssigkeitund für die günstige Lage der Bcmk. Die Bank konnte daher bereits am18. Januar 1902 den Z^/.ügen Satz wiederherstellen und am 11. Februar sogarauf die 3°/»ige Rate herabgehen. Der Satz bestand bis zum 4. Oktober. Die umdiese Zeit eintretende stärkere Anspannung des Bankstatus führte zur Erhöhungdes Satzes auf 4°/». Die Anspannung hatte zum Teil ihre Begründung in erheb-lichen Kreditansprüchen von feiten des Auslandes, insbesondere der VereinigtenStaaten von Amerika , die auch einen nicht unbeträchtlichen Goldabflußbedingten, der den größten Teil des im Laufe des Jahres importierten Goldeswieder ins Ausland zurückführte. Ihren Ausdruck fand die Anspannungin einer Kapitalanlage von 1292,7 Millionen und einem Notenumlaufvon 1495,4 Millionen Mark am 30. September, Ziffern, die von denen desDezember-Ultimo allerdings noch übertroffen wurden. An diesem Tage stelltesich die gesamte Kapitalanlage auf 1402,8 und der Notenumlauf auf1516,5 Millionen Mark.

Der Privatdiskont in Berlin , der sich im Dezember 1901 auf 3^4°/>>gehoben hatte, sank tiefer und tiefer, bis er im April mit nur noch 1^°/° bis 1^°/»notiert wurde. So ziemlich dieselben Sätze waren nach leichten Steigerungenin den Zwischenmonaten auch im Juli und August noch maßgebend. Siedeuteten auf eine sehr hohe Geldflüssigkeit hin, selbst wenn man berücksichtigt, daßim Jahre 1902 in der Regel wie im Vorjahre höhere Ansprüche an die Qualitäterster" Papiere gestellt worden sind. Später zog der Satz allmählich wiederan. Mitte Oktober stellte er sich auf 3°/», und Mitte Dezember erreichte er mit3°/«°/» den höchsten Stand des Jahres.

Lange konnte er diesen Stand jedoch nicht behaupten. Schon am Anfangdes Jahres 1903 war er auf 2^/, und am 2. Februar weiter auf 1'/.°/» herabgeglitten. Ein Abströmen deutscher Kapitalien nach dem mit viel höheren Zins-