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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
Seite
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Eisenbahnwerte spielten eine größere Rolle. Die Emission an ausländischeuWertpapieren wurde für das Jahr 1905 ans über 1 Milliarde Mark geschätzt, einBetrag, der weder vorher noch nachher auch nur annähernd erreicht worden ist,während die Gesamtemission des Jahres in Höhe von 3000 bis 3200 MillionenMark in den Jahren 1903 und 1909 noch erheblich überboten wurde. (DieEmissionen der Kriegs- und Nachkriegszeit, die mit anderem Maßstabe gemessenwerden müssen, bleiben hier außer Betracht.)

Das Bild großer Geldflüssigkeit, das sich in der starken Aufnahme-fähigkeit des Marktes während der ersten Hälfte des Jahres zeigte, änderte sichim zweiten Halbjahr. Die Wirtschaft mußte in zunehmendem Maße die Reichs-bank in Anspruch nehmen, und auch die Börse, für welche die Monate Juli bisOktober eine Hausse-Periode waren, zeigte großen Geldbedarf.

Obgleich der 6^/2 Mouate lang auf 3"/» gehaltene Wechseldiskontsatz am11. September 1905 auf 4"/° heraufgesetzt war, erreichten am 30. September dieAnlage und der ungedeckte Notenumlauf mit 1667 und 920 Millionen Mark seitBestehen der Bank ihren bis dahin höchsten, die Notendeckung mit 762 Mil-lionen Mark seit dem Ende des Jahres 1903 ihren niedrigsten Stand. Nachdemunter dem Druck der Verhältnisse der Diskontsatz am 3. Oktober auf 5°/°, am4. November auf 5^"/» und am 11. Dezember auf 6"/» erhöht worden war, bliebdie Anspannung am Ende des Jahres hinter der vom 30. September zurück.Die durchschnittliche Kapitalanlage aber war von 983 Millionen Mark im erstenHalbjahr auf 1190 Millionen Mark im zweiten Halbjahr gestiegen, während sichdie Notendeckung gleichzeitig von 1115 auf 923 Millionen Mark verringert hatte.

Bei dieser Bewegung ist das tiefe Herabsinken des Metallvorrats be-sonders bemerkenswert. Der Metallbestand hatte seit dem 23. Februar 1905415 Millionen Mark, das sind über 36"/° seiner damaligen Höhe, verloren. DasGold war dabei mit 377 Millionen Mark beteiligt. Der Goldbestand wies am30. September bei einer Höhe von 528 Millionen Mark gegenüber dem Beständevom 23. Februar einen Verlust von über 40°/» auf. In der Hauptsache handeltees sich hier um Abflüsse in den inneren Verkehr, die alljährlich in den Herbst-monaten auftraten und ihren Grund vor allem in dem Mangel an kleinen Papier-geldzeichen hatten. An solchen Geldzeichen standen nur die Reichskassenscheinezu 5, 20 und 50 Mark zur Verfügung, deren seit 1. Januar 1891 aus120 Millionen Mark beschränkte Ausgabe der Nachfrage längst nicht mehr genügte.Die Kopfquote der kleinen Scheine, anfänglich etwa 4 Mark, war durch die Ein-ziehungen der Jahre 1876 bis 1890 und durch das Anwachsen der Bevölkerung