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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
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im Laufe der Jahre immer mehr zurückgegangen; sie hatte zuletzt kaum Iwch2 Mark betragen. Die Befriedigung der Nachfrage stieß daher schon in normalenZeiten auf stets größer werdende Schwierigkeiten, die in den Industriegebieten,namentlich im rheinisch-westfälischen Revier, besonders bitter empfunden wurden.Diese Mißstände durch Vermehrung des ungedeckten Reichspapiergeldes zubeseitigen, verbot sich aus währungspolitischen Gründen von selbst. Abhilfekonnte nur im Wege der Ausgabe kleiner Banknoten zu 50 und 20 Mark geschaffenwerden, der gegenüber währungspolitische Bedenken mit Rücksicht auf die bank-gesetzlicheu Deckungsvorschriften nicht bestanden und die zudem infolgeder ihr innewohnenden Elastizität die Möglichkeit bot, dem Verkehrs-bedarf jederzeit gerecht zu werden. Die schon seit langem unausgesetzt auf dieSchaffung solcher Noten gerichteten Bestrebungen der Reichsbank hattenschließlich Erfolg. Der vou ihr ausgearbeitete Gesetzentwurf wurde vom Reichs-tage unverändert angenommen und als Gesetz, betreffend die Ausgabe vouReichsbanknoten zu 50 und 20 Mark vom 20. Februar 1906 (RGBl. S. 318)veröffentlicht. Die Reichskassenscheine gleicher Größe sind durch Gesetz vom5. Juni desselben Jahres (RGBl. S. 730) beseitigt und durch Reichskassen-scheine zu 10 Mark ersetzt worden.

Anfangs war die Reichsbank in der Ausgabe der kleinen Noten nichtvöllig frei. Den parlamentarischen Gegnern der Vorlage war das Zugeständniseiner Kontingentierung gemacht worden, der zufolge die Gesamtausgabe kleinerNoten die Höhe von 300 Millionen Mark nicht überschreiten sollte. DieKontingentierung bewährte sich jedoch nicht. Sie genügte nicht den Ver-kehrsbedürfnissen und erschwerte die Erreichung der mit der Ausgabe derkleinen Noten erstrebten bankpolitischen Ziele an den starken Zahltagen.Infolgedessen mußte der Reichskanzler im Interesse des Verkehrs vomSeptember 1911 an die Bank an den Quartalsterminen wiederholt von dergenannten Beschränkung befreien und schließlich ist die Bindung, nachdem sichdie zuständigen Kreise von ihrer Entbehrlichkeit überzeugt hatten, mit Zu-stimmung von Reichstag und Bundesrat im Jahre 1913 beseitigt worden.

Das Jahr 1906 war iu wirtschaftlicher Hiusicht als hervorragend günstiganzusprechen. Durch das Ergebnis der Konferenz von Algeciras wurde derMarokkokonflikt beglichen und dadurch das Wirtschaftsleben von einem auf ihmlastenden schweren Drucke befreit. Es nahm einen ungeahnten Aufschwung; vonder Kohlen- und Eisenproduktion ausgehend, trat bald eine allgemeine Hoch-konjunktur ein.