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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
Seite
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Die Reichsbank von 1901 bis zum Ausbruch des Weltkrieges

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Seit einer Reihe von Iahren war eine bedenklich wachsende Jncmspruch- Kreditbedarf,

insbesondere an den

nähme der Reichsbank, insbesondere an den Quartalsterminen, hervorgetreten. QuartalstermincnIn den Jahren 1906 und 1907 hatte diese starke Inanspruchnahme eine Höheerreicht, welche die Aufrechterhaltung der Dritteldeckung zu gefährden geeignetwar. Aller Wahrscheinlichkeit nach hätte sich insbesondere Ultimo Septemberund Dezember 1907 die Deckung überhaupt nicht ausrecht erhalten lassen, wennnicht die Reichsbank durch die sich allmählich steigernde Ausgabe kleiner Notendamals der Abnahme des Metallvorrats an den Termintagen hätte stark ent-gegenwirken können.

Die zunehmende Spannung an den Quartalstagen hatte im wesentlichendarin ihren Grund, daß sich die deutsche Wirtschaft mehr und mehr auf derGrundlage umfassender Kreditgewährung aufbaute, was schließlich mit Not-wendigkeit dahin führen mußte, daß die usancemäßig an bestimmten Terminenerfolgende Auseinandersetzung und Abwicklung fortgesetzt größere Beträge vonZahlungsmitteln in Anspruch nahm. Daneben hatte das Anwachsen desDepositengeschäfts bei den Banken, vor allem bei den Großbanken, und bei denSparkassen, zur Folge, daß diese Institute zu gewöhnlichen Zeiten einen sehrerheblichen Teil des Geldbedarfs abseits der Reichsbank befriedigen konnten.Sobald der Bedarf aber das übliche Maß überschritt, wie stets an den Quartals-terminen, waren sie genötigt, die Reichsbank um so stärker in Anspruch zu nehmen.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, blieb die Reichsbank unaus- Giro- undgesetzt bemüht, den Giroverkehr, der für die Entwicklung des bargeldlosen AbrechnungsverkehrZahlungswesens von allergrößter Wichtigkeit ist, nach Kräften auszubauen. Diestarke Vermehrung der Zweiganstalten der Reichsbank, die von 330 im Jahre1900 bis ans 487 im Jahre 1913 stieg, brachte eine erhebliche Ausdehnung desGironetzes mit sich. Da die Zweiganstalten in wachsendem Maße mitzwei Beamten ausgestattet wurden, erfuhr auch der sogen, erweiterte Giro-verkehr, dessen Wesen in der unterschiedslosen direkten Avisierung von Giro-übertragungen nach außerhalb besteht, eine immer stärkere Ausdehnung. Eineaußerordentliche Steigerung der Girokonten und der Jahresumsätze war dienotwendige Folge. Von 1900 bis 1913 erhöhte sich die vorhandene Kontenzahlbei Jahresschluß von 15 847 auf 26 148 und die Gesamtzahl der Jahresumsätzevon 163 632 Millionen auf 379 157 Millionen Mark. Dem in diesen Ziffernzum Ausdruck kommenden glänzenden Bild entspricht die Entwicklung der Giro-