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Die Reichsbank : 1901-1925
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Die Reichsbank von 1901 bis zum Ausbruch des Weltkrieges

guthaben nur wenig. Sie stellten sich durchschnittlich im Jahre 1900 auf 513,im Jahre 1913 auf 668 Millionen Mark. Sie gliedern sich in Privatguthaben,öffentliche Guthaben und die sogen, schwebenden Übertragungen, d. h. dieBeträge, welche zwecks Überweisung auf die Konten auswärtiger Girokundenvon den Guthaben der überweisenden Girozahler abgeschrieben, den Empfängernwegen des Postenlaufes aber noch nicht gutgebracht find. Die Privatguthabenstellten sich im Durchschnitt auf 250 Millionen (1900) und 314 Millionen (1913),die öffentlichen Guthaben auf 179 (1900) und 214 Millionen Mark (1913), dieschwebenden Übertragungen auf 84 Millionen Mark (1900) und 140 MillionenMark (1913). Nähere Einzelheiten sind aus den Tabellen 20 bis 30 zuersehen. Jeder private Konteninhaber hatte ein seinen Verhältnissen und An-forderungen entsprechendes Mindestguthaben zu halten. Es war indessen denBankanstalten nicht immer gelungen, diese Guthaben mit den wachsenden Um-sätzen in Übereinstimmung zu bringen. Um hier Wandel zu schaffen und einegleichmäßige und gerechte Bemessung der Mindestguthaben zu sichern, wurdenim Jahre 1906 feste Grundsätze aufgestellt, nach welchen die Bankanstalten beider Festsetzung der Mindestguthaben zu Verfahren hatten.

Das Verhältnis der bargeldersparenden Überweisungen zu den barenUmsätzen, das im Jahre 1886 noch 71,8°/° der Giroumsätze betrug, hat sich inerfreulicher Weise stetig gehoben und im Jahre 1913 nahezu °/,° von ihnenausgemacht, siehe Tabelle 22.

Von großer Bedeutung für die Entwicklung des Giroverkehrs war seinAnschluß an den am 1. Januar 1909 eröffneten Postscheckverkehr. Zunächstwurden die am Sitze eines Postscheckamtes befindlichen Reichsbankhaupt- undReichsbankstellen Inhaber von Scheckkonten, wogegen den Postscheckämtern beidiesen Bankanstalten Reichsbankgirokonten eingerichtet wurden. Eine weitereAusdehnung erfolgte im Laufe der Kriegs- und Nachkriegszeit, so daß sämtlicheBankanstalten der Reichsbank mit geringen Ausnahmen schließlich an den Post-scheckverkehr angeschlossen waren. Wo eine Abrechnungsstelle bestand oder spätererrichtet wurde, ist das Postscheckamt des Platzes ihr als Mitglied beigetreten, sodaß der große Zahlungsverkehr zwischen dem Verrechnungsshstem der Reichs-bank und dem der Post bargeldlos abgewickelt werden kann.

Der Umfang des Abrechnungsverkehrs nahm fortgesetzt zu. Die Zahlder Abrechnungsstellen wuchs von 10 im Jahre 1900 auf 24 im Jahre 1913.Die Zahl der Abrechnungsteilnehmer stieg in dem gleichen Zeitraum von 126auf 270. Die Stückzahl der Einlieferungen nahm von 5 186 237 (1900) auf