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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
Seite
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Die Reichsbank von 1901 bis zum Ausbruch des Weltkrieges

In der Nachkriegszeit wurden die in den Bankenvereinigungenzusammengeschlossenen Banken von der Reichsbank vielfach zur Lösung der sichergebenden großen Aufgaben (Gründung der Reichsanleiheaktiengesellschaft,Emission der Dollarschatzanweisungen und der sogenannten Goldanleihe, Errich-tung der Deutschen Golddiskontbank) herangezogen.

Bis weit über die Mitte der 90er Jahre hinaus hatte die Reichsbank das Das DevisengeschäftAuslandswechselgeschäft hauptsächlich unter dem Gesichtspunkte betrieben, daßdem Handel und der Industrie an jedem Bankplatze Gelegenheit geboten werdensollte, Zahlungsmittel auf das Ausland jederzeit zu angemessenen Bedingungenund Gebührensätzen leicht zu erwerben und abzugeben. Die Umsätze hielten sichdemgemäß bis dahin in engen Grenzen. Erst gegen Ende des Jahres 1898 gingdie Bank dazu über, langfristige Auslandswechsel an der Börse in größerenPosten anzukaufen, um nötigenfalls durch deren Begebung stärker auf dieDevisenkurse drücken zu können. Dementsprechend steigerten sich die Devisen-bestände einschließlich der Guthaben bei den ausländischen Korrespondenten.Im Durchschnitt des Jahres 1896 waren sie nicht über 6,5 Millionen Markhinausgegangen. Im Jahre 1900 erreichten sie bereits eine mittlere Höhe von42,9 Millionen und im Jahre 1907 eine solche von 64,3 Millionen Mark. GegenEnde dieses Jahres mußten die Bestände stark angegriffen werden, um die passivgewordene Goldbilanz wieder auszugleichen.

Dabei hatte sich herausgestellt, daß die wirksame Bekämpfung einesungünstigen Standes der Wechselkurse den weiteren Ausbau des Auslands-wechselgeschäfts und die regelmäßige Überwachung der Kursfeststellung an derDevisenbörse voraussetzt und erfordert. Es wurde deshalb im März 1908 eineselbständige Devisenabteilung geschaffen, deren Leiter die Börse regelmäßig zubesuchen und auf dem Devisenmarkte sich zu betätigen hat.

Das Geschäft nahm denn auch alsbald den erstrebten Aufschwung. Schonim Jahre 1908 hob sich der durchschnittliche Devisenbestand auf 70,9 Millionen,der durchschnittliche Bestand an Korrespondentenguthaben auf 51,1 MillionenMark. Die Höchstziffer der Vorkriegszeit im Jahresdurchschnitt erreichtendiese Bestände im Jahre 1911, als sich die Auslandswechsel auf 162,4, die Gut-haben auf 77,7 Millionen Mark stellten. Das Verhältnis des Auslandswechsel-