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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
Seite
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Bei Ausbruch des Krieges stellte sich die Bestandsziffer auf 335 MillionenMark; die erste Kriegswoche zeigte die erste erhebliche Bestandszunahme mit über600 Millionen Mark auf 936 Millionen Mark. Bis zum 30. September schwolldie Summe auf mehr als das Doppelte, und zwar bis auf 2308 Millionen Markan. Mit den Einzahlungen auf die erste Kriegsanleihe wurden erhebliche Ab-zahlungen der schwebenden Schuld möglich. Die Bestände sanken auf 732 Mil-lionen Mark in der letzten Oktoberwoche 1914, um dann bis zum Jahresschlußohne Unterbrechung bis auf 2738 Millionen Mark, den höchsten im ersten Kriegs-jahre ausgewiesenen Bestand anzusteigen. Die Jahre 1915, 1916 und 1917boten das gleiche Bild zunächst eines allmählichen Anschwellens der Schatz-anweisungsbestände bis zur Auflegung der Kriegsanleihen, dann eines raschenAbsinkens infolge starker Tilgungen aus den Kriegsanleiheerlösen und schließlicheines weiteren langsamen Ansteigens durch erneute Kreditaufnahme des Reichs.Da aber die Eingänge an neuem Gelde von Anleihe zu Anleihe geringer wurden,während die Ausgaben für die Kriegführung beträchtlich stiegen, blieb ein immergrößerer Rest schwebender Schuld bei der Bank übrig, obwohl das Reichimmer größere Beträge von Schatzanweisungen im freien Verkehr unter-bringen konnte. Die niedrigsten wie die höchsten Anlageziffern in Schatz-anweisungen wiesen daher in den Kriegsjahren 1915 bis 1918 (bis zum7. November) fortgesetzt eine Erhöhung auf. Erstere stellten sich für die'Kriegs-jahre 1915 bis zum 31. Oktober 1918 auf 2640, 3928, 7534, 12 052, letztereauf 6830, 9957, 15 235, 23 606 Millionen Mark.

In umgekehrter Richtung entwickelte sich die Kurve des Kredites derReichsbcmk an die private Wirtschaft. Ganz überwiegend vollzog sich dieseKreditgabe im Wege des Diskontkredites, dem gegenüber der Lombardkreditdurchaus in den Hintergrund trat. In den ersten sieben Friedensmonaten desJahres 1914 war die Inanspruchnahme des Reichsbankkredites durch denVerkehr verhältnismäßig gering gewesen. Der Bestand an Handelswechseln,der Gradmesser für diese Inanspruchnahme, bezifferte sich am 23. Juli 1914auf den verhältnismäßig geringen Betrag von 750,9 Millionen Mark. Derin der letzten Juliwoche einsetzende außerordentliche Kreditbedarf brachtebis zum 31. Juli eine Erhöhung des Wechselbestandes um 1330 Millionen