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Die Reich sbank im Weltkriege
Mark. Die Wechseleinreichungen des Verkehrs dauerten in den erstenWochen nach der Mobilmachung weiter an. Am 15. August 1914 wurdemit fast 3 Milliarden Mark (2 979 984 000— ^) der höchste in derGeschichte der Bank bis zu diesem Tage überhaupt verzeichnete Handels-wechselbestand erreicht. Von nun an ging mit der wachsenden Liquiditätder Wirtschaft der Wechselbestand (mit einer einzigen Unterbrechung am7. Oktober 1914) ständig zurück und betrug am Jahresschluß 1914 weit wenigerals die Hälfte des Höchstbestandes, nämlich 1198 Millionen Mark. Auch imJahre 1915 setzte sich die rückläufige Bewegung fort. Der Höchstbestand wurdeam 7. Januar mit 1129, der niedrigste am 7. September mit 490 Millionen Markausgewiesen. Die Jahresdurchschnittsanlage in Handelswechseln betrug 677gegen 1426 Millionen Mark im Jahre 1914. Im Jahre 1916 lagen die Ziffernim Durchschnitt wieder etwas höher. Die durchschnittliche Anlage stieg auf 711,die niedrigste Ziffer auf 543 Millionen Mark (23. Januar), während die Höchst-ziffer des Vorjahres nicht erreicht wurde. Die Durchschnittsziffer fiel imJahre 1917 auf 446 und im Jahre 1918 auf 274 Millionen Mark, ein Betrag, derseit Bestehen der Bank die niedrigste durchschnittliche Anlage überhaupt bedeutet.Am 7. Oktober 1918 wurde mit 218 Millionen Mark die niedrigste bis zur Ein-stellung der Feindseligkeiten ausgewiesene Wechselanlage erreicht (1919 wurdesie mit 198 110 000 Fi noch erheblich unterschritten).
Die Lombard- Wie die Inanspruchnahme des Diskontkredites ging auch die Jnanspruch-
anlage Lombardkredites durch den Verkehr während der Kriegszeit stark
zurück. Der Grund für diesen Rückgang liegt hauptsächlich in der Entwicklungund Geschäftsführung der Darlehnskassen. Aus den oben erörterten Gründenhatte die Reichsbank ein dringendes Interesse daran, die zur Deckung der Notenunverwendbare Lombardanlage nach Möglichkeit auf die Darlehnskassen abzu-wälzen. Um diese Abwälzung herbeizuführen, wirkte sie insbesondere dahin, daßder Zinsfuß der Darlehnskassen unter dem Lombardsatz der Reichsbank gehaltenwurde, und daß die Darlehnskassen von der bei der Reichsbank bestehenden Ein-richtung des Zinszuschlages für Lombardentnahmen an den Quartalsterminenabsahen. Die Folge war, daß der Lombardverkehr allmählich ganz zu den Dar-lehnskassen abwanderte. Im einzelnen gestaltete sich die Entwicklung des