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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
Seite
63
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Durch die regelmäßigen Zuflüsse von Goldmünzen ans den: Verkehr nnddurch den Ankauf von Gold vermehrte sich der Goldbestand der Reichsbank seitdem 7. August 1914 von 1477,5 Millionen Mark ununterbrochen auf 2533,3 Mil-lionen Mark am 15. Juni 1917. In der dritten Juniwoche dieses Jahreszeigte der Ausweis zum ersten Male einen Rückgang um 76,5 MillionenMark infolge einer notwendigen Goldausfuhr, die mit Hilfe der Zuflüsseaus dem Verkehr nicht hatte gedeckt werden können. Solche Rückgängewiederholten sich bis zum Ende des Krieges noch zweimal, und zwar in derdritten Juliwoche 1917 um 56,2 Millionen Mark und in der dritten Aprilwochc1918 um rund 64 Millionen Mark. In der dritten Septemberwoche und in derersten Oktoberwoche 1918 nahm der Goldbestand um 98,9 und um Ivl) MillionenMark zu. In diesen beiden Wochen wurden die ersten zwei Goldzahlungen derfünf Raten vereinnahmt, zu denen sich die Regierung der Russischen SozialistischenFöderativen Sowjetrepublik auf Grund des Deutsch-Russischen Finanz-abkommens zur Ergänzung des Deutsch-Russischen Zusatzvertrages zu demFriedensvertrage von Brest-Litowsk verpflichtet hatte. Am 7. November 1918konnte die Reichsbank den höchsten in ihrer Geschichte bisher verzeichneten Gold-bestand mit 2550,3 Millionen Mark ausweisen. Wegen der Entwicklung imeinzelnen wird auf die Tabellen 7 und 8 verwiesen.

Der, wie oben erwähnt, bei Ausbruch des Krieges in starkem Maßehervorgetretene Bedarf an kleinen Zahlungsmitteln hielt hauptsächlich infolgeder zu den Truppenlöhnnngen erforderlichen großen Beträge während derKriegsdauer unvermindert an. Er zeigte sich sowohl in dem Mangel an Silber-wie an kleinen Scheidemünzen, der noch dadurch verschärft wurde, daß infolgeder immer mehr zunehmenden Knappheit an Rohstoffen das in den kleinenMünzen enthaltene Kupfer und Nickel für Kriegszwecke nutzbar gemacht werdenmußte. Die Nickel- und Kupfermünzen wurden daher eingezogen und nach undnach durch Münzen aus leichter zu beschaffenden Metallen ersetzt. Auch erwieses sich als nötig, die Zweimarkstücke außer Kurs zu setzen, um das erforderlichePrägematerial zur Herstellung silberner Einhalbmarkftücke zu gewinnen,an denen damals großer Mangel herrschte. Die Herstellung der neuenMünzen ging angesichts des fühlbaren Mangels an Facharbeitern nur langsam