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Die Reichsbank im Weltkriege
Von statten. Die Folge war eine anhaltende Kleingeld-Zahlungsmittelkrisis, diegegen Ende 1916 zu einer zweiten Notgeldperiode führte. In dieser Periodesind von 2251 öffentlichen und privaten Ausgabestellen 292,8 Millionen MarkNotgeldzeichen in Abschnitten von 5 Mark bis 1 Pfennig zur Ausgabe gelangt.Trotz aller dieser Maßnahmen war bei der starken Aufnahmefähigkeit desVerkehrs der Bestand der Reichsbank an Scheidemünzen sortdauernd ein ver-hältnismäßig geringer, wie die Nachweisung in Tabelle 9 des näheren ergibt.
Der M-tallbestand Die Kurve der Entwicklung des Metallbestandes der Reichsbank (d. i. der
Bestand an kursfähigem deutschen Gelde und an Gold in Barren oder aus-ländischen Münzen, das Kilogramm fein zu 2784 berechnet) verlief währendder Kriegszeit ungefähr parallel der Kurve des Goldbestandes, da die Scheide-münzenbestände bei der Zusammensetzung des überwiegend aus Gold bestehendenMetallvorrats ihrem ausmachenden Betrage nach nicht ins Gewicht fallen undin der Kurve daher kaum zum Ausdruck kommen konnten. So wurde von
1914— 1917 der höchste Metallbestand im Zusammenhang mit der dauerndenstarken Erhöhung der Goldvorräte stets am Jahresschluß, im Jahre 1918 am15. Oktober ausgewiesen. Den niedrigsten Metallbestand zeigten in den Jahren
1915— 1916 die ersten Ausweise des Jahres, nämlich die vom 7. Januar, imJahre 1917 der Ausweis vom 23. Juli, während im Jahre 1918 infolge dergänzlich veränderten Verhältnisse am Jahresschlußtage der niedrigste Metall-bestand verzeichnet wurde (vgl. Tabelle 6).
Der Bestand an Es ist bereits bemerkt worden, daß der Bestand der Reichsbank
an Reichskassenscheinen zu Anfang der letzten Juliwoche 1914 sich auf 65,5 Mil-lionen Mark bezifferte. Obwohl nach Kriegsausbruch noch der Rest des aufGrund des Gesetzes vom 3. Juli 1913 auszugebenden Betrages an Reichskassen-scheinen mit 35 Millionen Mark der Reichsbank seitens der Reichsschulden-verwaltung zugeführt wurde, schrumpfte der Kassenbestand doch alsbald außer-ordentlich zusammen. Am 30. September 1914 konnte die Reichsbank nur