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Die Reichsbank : 1901-1925
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Die Reichsbank im Weltkriege

2660, 5255, 8433 Millionen Mark, während die Durchschnittsziffer für das letzteFriedensjahr sich auf 668 Millionen Mark belaufen hatte. In diesen stark ge-stiegenen Durchschnittsziffern, die eine verhältnismäßig weit erheblichereSteigerung als die Ziffern des Notenumlaufs erkennen lassen, kommt die großeFlüssigkeit der privaten Wirtschaft als Folge des Liquidierungsprozesses und derdurch Barzahlung entlohnten Kriegslieferungen mehr noch als die Inanspruch-nahme der Reichsbank durch das Reich zum Ausdruck. Während nämlich dieöffentlichen Guthaben im Durchschnitt sich gegen 1913 bis 1918 knapp ver-neunfachten, zeigt die Durchschnittsziffer der privaten Guthaben vom Jahre 1918gegenüber der Durchschnittsziffer von 1913 eine Erhöhung um das 14fache. DieTage der höchsten Privatguthaben fallen mit den oben genannten Tagen derhöchsten Gesamtgiro guthaben zusammen. (Über die Ziffern der gesamten Giro-umsätze Einnahmen und Ausgaben und der Giroübertragungen, über dieZahl der Kontoinhaber, die Umsätze und Guthaben der Reichs- und Staats-kassen pp. vgl. Tabellen 20 bis 30.)

Aus einem Vergleich der Ziffern des prozentualen Anteils der für Reichs-nnd Staatskassen auf Girokonto vereinnahmten und verausgabten Beträge anden Gesamtumsätzen wird die große Verschiebung deutlich, die der Krieg gebrachthat. Während 1913 die Umsätze der Reichs- und Staatskassen nur 24,37° desGesamtumsatzes ausmachten, stellten sich die entsprechenden Verhältnisziffern fürdie Jahre 1914 bis 1918 auf 34,8, 47,2, 43,8, 52,7 und 43,47°.

Der Absatz vonSchatzanweisungen

Daß die Reichsbank in immer wachsendem Maße den durch die Krieg-führung bedingten außerordentlichen Kreditbedarf des Reiches durch Herein-nahme von Schatzanweisungen zu befriedigen sich genötigt sah, ist bereits obenbemerkt worden. Selbstverständlich konnte und sollte diese Deckung des Kredit-bedarfs nur eine vorläufige sein. Die Reichsbankverwaltung war deshalbunausgesetzt bestrebt, die hereingenommenen Schatzanweisungen im Wegeder Rediskontierung am offenen Markte unterzubringen, um damit einerinflationistischen Wirkung des Anwachsens der schwebenden Schuld vorzu-beugen. Der Absatz der Schatzanweisungen nahm mit der steigenden Geld-flüssigkeit einen großen Umfang an, da die Nachfrage mangels anderer Anlage-möglichkeiten ständig wuchs. Um ihn zu fördern, sicherte die Reichsbank denAbnehmern die Rediskontierbarkeit derjenigen Stücke zu, deren Laufzeit