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Die Reichs dank im Weltkriege
Gelder für Anleihezwecke ohne Kündigung frei. Die Reichsbank lieferte bei denletzten Anleihen den Sparkassen und Kreditgenossenschaften Anteilscheine zurWeitergabe an die kleine Sparkundschaft, um dem vielfach geäußerten Wunschenach Abschnitten unter 100 Mark entgegenzukommen. Durch Gewährung vonVorschüssen wurden die Zeichnungen der Beamten erleichtert. Auch eine großeZahl privater Unternehmer forderte ihre Angestellten und Arbeiter zur Zeich-nung auf und erleichterte die Zeichnungen durch Vorschußzahlungen. Post undEisenbahn erklärten sich bereit, die Zinsscheine der Kriegsanleihen und Schatz-anweisungen kostenlos einzulösen. Die Portofreiheit in Schuldbuchangelegen-heiten wurde erweitert. Die Reichsdarlehnskassen stellten zur Beseitigung derSchwierigkeiten, die durch den Abzug größerer Guthaben infolge der Anleihe-zeichnungen bei den Geldinstituten sich hätten ergeben können, ihre Dienste zuVorzugssätzen zur Verfügung, indem sie für nachweislich zum Zwecke derKriegsanleihezeichnung benötigte Lombardvorschüsse einen geringeren Satz be-rechneten als für die übrigen Darlehne vorgesehen war. Außerdem wurde vom16. Februar 1917 ab der Beleihungssatz für Kriegsanleihen von 75°/» des Nenn-wertes auf 85°/° des Kurswertes erhöht. Die Inanspruchnahme der Darlehns-kassen für diese Zwecke blieb jedoch gering. Sie erreichte nur bei der 1. Kriegs-anleihe reichlich ein Viertel der gesamten am ersten Pflichteinzahlungsterminbezahlten Summe und blieb bei den folgenden Kriegsanleihen in wachsendemMaße stark dahinter zurück.
Alles in allem war das Ergebnis der Kriegsanleiheemissionen ein außer-ordentlich günstiges. Insgesamt wurden über 98 Milliarden Mark gezeichnet.Die Zeichnungen verteilten sich auf die einzelnen Anleihen wie folgt:
Gesamtzeichnungsergebnis in Millionen Mark:
1.
Kriegsanleihe
4 481
2.
?,
9 106
3.
12 163
4.
"
10 768
5.
10 699
6.
13 122
7.
12 626
8.
15 001
9.
10 433
98 399