es geboten, die aus dem legitimen Ausfuhrhandel herrührenden Devisen zu ent-gegenkommenden Bedingungen anzukaufen und das Kursrisiko, das mit einerFakturierung in Auslandswährung im Hinblick auf die starken Schwankungender Valuta verknüpft war, soweit wie angängig, den Exporteuren abzunehmen.Hierbei sei erwähnt, daß die Bank u. a. neben formalen Erleichterungen imAnkauf das Auftragswechselgeschäft in Devisen wesentlich ausdehnte, leihweiseDevisen gegen Zinsvergütung annahm und für Rechnung des Reichs vonbesonders zuverlässigen und kreditwürdigen Verkäufern Wechsel in ausländischerWährung, deren Laufzeit mehr als drei, aber nicht über sechs Monate betrug,ankaufte.
Daneben war die Reichsbank bestrebt, Mängel, die sich bei der technischenAbwicklung der Teilzahlungen der ersten Milliarde öfter gezeigt hatten, für dieZukunft zu beseitigen. Die Zahlungen, zu denen Deutschland verpflichtet war,konnten nur geleistet werden, wenn die Reichsbank zuvor die entsprechendenBeträge bei ihren Korrespondenten im Auslande angesammelt hatte. Von diesenStellen wurden die in Frage kommenden Summen an die jeweils der deutschenRegierung bezeichneten Empfänger, z. B. die Bank von England , die FederalReserve Bank of New Jork, usw. gezahlt. Da diese Transaktionen nicht nur anden internationalen Geldmärkten Störungen mannigfaltiger Art hervorriefen,fondern auch für Deutschland öfter zeitraubend und verlustbringend waren,erschien es zweckmäßig, bei den in Betracht kommenden ausländischen Noten-banken für die Reichsbank ein Konto zur Ansammlung derartiger Beträge zuerrichten. Die Bank von England ist zuerst auf einen dahingehenden Vorschlageingegangen; Abmachungen ähnlicher oder gleicher Art wurden auch mit anderenwichtigen ausländischen Zentralnotenbanken getroffen. Die Abmachungen sindvon weittragender Bedeutung geworden, da sie den Ausgangspunkt für ein Zu-sammenarbeiten der großen Zentralnotenbanken in wichtigen wirtschaftlichen,insbesondere Währungsfragen bildeten.
Andere Schwierigkeiten bei der durch die Reichsbank zu vermittelndenBeschaffung von Devisen für das Reich und der für den sonstigen Wirtschafts-verkehr erforderlichen ausländischen Zahlungsmittel ergaben sich daraus, daßdie vorhandenen Zahlungsmittel vielfach auf eine andere Währung als auf diegegebenenfalls zu beschaffende lauteten, andererseits daraus, daß Zahlungsmittel,deren Eingang mit Bestimmtheit zu erwarten stand, am Bedarfstage noch nichtgreifbar waren. In beiden Fällen ließen sich umständliche, die Geldmärkte mehroder weniger stark beunruhigende Arbitrage- und Kreditoperationen nicht