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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
Seite
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Bestände au auf Rentenmark lautenden Wechsel- und Lombardforderungen denjeweiligen Betrag des bei der Deutschen Rentenbank aufgenommenen Darlehnsüberschritt, wurde dabei als Deckung der in Umlauf befindlichen auf Papier-mark lautenden Banknoten zugelassen. Da die Reichsbank, wie erwähnt,inzwischen dazu übergegangen war, wertbeständige Kredite im Wege desWechsellombards zu erteilen, wurde gleichzeitig bestimmt, daß neben den dis-kontierten Wechseln künftig auch die lombardierten Wechsel als Notendeckungdienen dürften. Zwecks Vorbereitung einer endgültigen Währungsreform, dienur auf der Goldbasis durchzuführen war, gestattete die Verordnung dieSchaffung von auf Goldmnrk lautenden, gegen Golddevisen einlösbaren Reichs-banknoten, die mindestens zu einem Drittel durch einen besonderen, nur zu ihrerDeckung bestimmten und nur für den Anspruch aus ihnen haftenden Bestand anGold und Golddevisen, im übrigen durch auf Goldmark lautende Wechsel undSchecks, voll gedeckt sein sollten. Daneben wurde der Reichsbank die Befugniszur Ausgabe wertbeständiger wie nicht wertbeständiger unverzinslicher Schuld-verschreibungen mit beschränkter Laufzeit verliehen, um ihr, die über Reichs-schatzanweisungen nicht mehr verfügte, die Möglichkeit zu geben, durch Diskon-tierung der Schuldverschreibungen flüssige Mittel heranzuziehen und dadurchregulierend auf den Geldmarkt einzuwirken. Die spätere Entwicklung, insbeson-dere die im Jahre 1924 auf Grund des Dawesplanes erfolgte Neuregelungführte dahin, daß die Reichsbank tatsächlich weder von der Befugnis zur Aus-gabe von Goldmarknoten noch von der Befugnis zur Ausgabe von Schuld-verschreibungen Gebrauch gemacht hat. Des weiteren verlängerte die Ver-ordnung das seit 1921 bestehende Provisorium der Aufhebung der Drittel-deckungsvorschriften für den Banknotenumlauf bis zum 31. Dezember 1925.Endlich bestimmte sie, daß die Reichsbank ausgegebene Banknoten auch beiNichtVorliegen der für einen Aufruf geltenden Voraussetzungen (umlaufendeFälschungen, Beschädigung oder Beschmutzung des größeren Teils der um-laufenden Menge) aufrufen und aus dem Verkehr zurückziehen könne. DieRcichsbankleitung sollte auf diese Weise iu den Stand gesetzt werden, der durchdie Entwicklung des Zahlungsmittelumlaufs hervorgerufenen Vielfältigkeit derim Verkehr befindlichen Notenthpen ein Ende zu machen.

Nachdem die Verzögerung in den Verhandlungen über die Errichtungder Rentenbank und die technischen Vorbereitungen der Bank das Reich in-zwischen genötigt hatten, einen Teil der auf Dollar lautenden Reichsgoldanleihe