Die Bank- und Währungsreform
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längerer Laufzeit zur Verfügung stellte, um die Ausfuhr zu heben, ist bereits er-wähnt. Dem sich immer verstärkenden Kreditbedarfs der Industrie, des Handelsund der Landwirtschaft suchte sie in den Grenzen der Möglichkeit zu ent-sprechen. Mußte auch die im September 1924 etwas gemilderte Kontingentierungder Kredite aufrecht erhalten werden, so konnte doch am 26. Februar 1925 eineHerabsetzung des Bankdiskonts um 1°/° eintreten zu dem Zwecke, auf eine Senkungder im Vergleich zum Auslande unverhältnismäßig hohen Zinssätze hinzuwirken.Im Dezember gestattete dann die fortdauernd günstige Situation der Reichsbank,die Kreditkontingentierung etwas zu lockern, um einer späteren Aufhebung derRationierung die Wege zu ebnen.
Auf Grund des Gesetzes über die Liquidierung des Umlaufs an Rentenbankscheinen zahlte die Reichsbank alsbald nach Inkrafttreten der neuen Bank-gesetzgebung IVO Millionen Rentenmark von dem ihr durch die Rentenbank ge-währten Darlehne zurück. Den Rest ihrer Schuld deckte sie in der Weise ab, daßsie die mit den Mitteln der Rentenbank diskontierten, auf Rentenmark lautendenWechsel allmählich auf die Rentenbank übertrug.
Im Interesse möglichst zweckmäßiger Befriedigung des Kreditbedarfsdes Verkehrs suchte sie ferner den Privatdiskontmarkt neu aufzubauen und zuentwickeln. Um die erforderlichen Unterlagen für den Markt zu schaffen, ver-anlaßt^ sie die Banken, ihre Akzepte in Nutzbarmachung ihrer eigenen Kredit-würdigkeit dem Verkehr wieder zur Verfügung zu stellen. Unter der Voraus-setzung, daß die Höhe der von einer Bank erteilten Akzepte im angemessenenVerhältnis zu ihren Mitteln stand, erteilte die Reichsbank den in der sogenannteilStempelvereinigung zusammengeschlossenen ersten Berliner Banken und Bankiersdie Zusage, ihnen Privatdiskonten ohne Anrechnung auf ihr Kreditkontingent imRediskont abzunehmen; sie wollte die Banken dadurch anregen, ihrerseits Privat-diskonten in größerem Umfange hereinzunehmen. Mit anderen ersten Banken inFrankfurt (Main), Köln und Hamburg wurden ähnliche Vereinbarungen ge-troffen. Die der Stempelvereinigung angehörigen Firmen vereinbarten unter-einander, daß Leine Firma mehr Akzepte geben sollte, als der Hälfte ihres eigenenKapitals einschließlich der Reserven entsprach.
Weiterhin übte die Reichsbank ihren Einfluß dahin aus, daß die öffent-lichen Gelder, insbesondere die der Reichsfinanz- und der Reichspostverwaltung,mehr und mehr im Gesamtinteresse der Wirtschaft verwendet wurden. So konnteein Teil der Gelder Anlage im allgemeinen Kreditgeschäft der Reichsbank