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soweit die Gewerkvereine im Stande sind, durch ausserordentlicheSteuern irgend welches entstehende Deficit zu decken, dies allemeine Einwendungen bezüglich der Unzulänglichkeitihrer Beiträge beseitigen muss.“ (qu. 6763). (Arbeitergilden II.347). „So lange es noch Kämpfe zwischen Arbeitgebern und Ar-beitern giebt“, sage ich dann weiter (ib. 349), „werden die Arbeiterbereitwillig alle Beiträge zahlen, die ihr Gewerkverein von ihnenfordert“, und ich habe dies nicht nur mit Beispielen aus der Er-fahrung belegt, sondern Herr B. selbst dürfte nach seiner oben an-geführten Auslassung dagegen schwerlich Einwendungen erheben.Abgesehen davon, dass die Solvenz der ungetrennten Gewerkvereins-casse also nicht gefährdet ist, spricht ferner gegen eine Trennungderselben, dass die Vereinigung der verschiedenen Unterstützungs-cassen in einer sowohl im Interesse der Arbeiter wie des Pub-licums ist. Im Interesse der Arbeiter insbesondere deshalb, weildie Einheit der Cassen dem Gewerkvereine in Fällen plötzlicherBedürfnisse jeglicher Art grössere Mittel zur Verfügung stellt. ImInteresse des Publicums: denn wollte man die eigentliche Gewerk-vereinscasse von den übrigen Unterstützungscassen trennen, so würdeein Fond angesammelt, der eben, weil er zu nichts anderem alszu Arbeitseinstellungen verwendet werden könnte, die Zahl derselbennothwendig vermehren würde, während jetzt der Reichthum derGewerkvereine, eben weil er in Folge der Vereinigung der eigent-lichen Gewerkvereins- und Unterstützungscasse anf Kranken-,Alters- und andere Unterstützungen verwendet werden kann, sieanerkannnter Maassen friedfertig gestimmt hat.
Dies meine Lehre. Was nun macht Herr B. daraus?
1. Meine Lehre befindet sich im Widerspruch mit den Ein-richtungen der Vereinigten Gesellschaft der Maschinenbauer in Eng-land (S. 198). Wirklich? Die Entdeckung ist mir überraschend, dameine Lehre gerade eine Rechtfertigung der Einrichtungen dieserGesellschaft giebt. Aber hören wir Herrn B.’s Belege! 2. „Bren-tano versichert mit gewohnter Emphase (Bd. I. S. 157), dass es denwahren Charakter eines Gewerkvereins auf’s Unerhörteste verkennenheisse, wenn man in dessen Cassenwesen das „kapitalistische“'Princip einführen wollte, eine Scala der Unterstützungen nach einerScala der Beiträge, des Alters und der Dauer der Mitgliedschaftfestzusetzen etc.“ — Herr B. hat hier äusserst flüchtig gelesen!Bereits auf Seite 142 (Bd I.) sage ich, dass eine derartige Scala
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