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Die 'wissenschaftliche' Leistung des Herrn Ludwig Bamberger : ein Nachspiel zu meinen 'Arbeitergilden der Gegenwart' / von Lujo Brentano
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heute besteht, früher aber nicht bestand. Gegen die Einführungdieser Scala sage ich kein Wort. Auf S. 157 aber giesse ich nichtmeinen Hohn aus über eine Union, die eine solche Scala ein führenwollte, sondern gegen den Secretär einer Union, der in einer solchenScala, die allerdings die Solvenz einer modernen Versicherungsge-sellschaft sichern könnte, die Gewähr für die Solvenz nichtetwa der Invalidencasse, wie Herr B. sagt, denn eine solche warmit dem Gewerkverein damals gar nicht verbunden sondern desGewerkvereins sah. Die Union aber war meiner Meinung: dass dieGewähr der Solvenz eines Vereins, der statutenmässig genöthigt wer-den könne, plötzlich sein ganzes Vermögen auf eine Arbeitsein-stellung zu. verwenden, nicht in jener Scala liegen könne, und ver-warf die Vorschläge des Secretärs. Es handelt sich also an jenerStelle nicht darum, ob jene Scala eingeführt werden solle, sondern obin solcher Scala eine Sicherheit für die Solvenz liege. Es handelt sichferner nicht um die Solvenz der Invalidenkasse, sondern des Gewerk-vereins. Und endlich befinde ich mich nicht im Widerspruch son-dern in Uebereinstimmung mit der Union. 3.An einer anderenStelle (Bd. I. S. 153) betlieuert Brentano, dass es keine solidere Bürg-schaft für die künftige Zahlungsfähigkeit einer solchen Gesellschaftgebe, als die freiwilligen Beiträge. Aber trotzdem sei ichge-zwungen, wiederholt und offenbar mit Bedauern einzuräumen, dassselbst in denjenigen Trade - Unions, welche zeitweise aus Ver-legenheit zu dem freiwilligen Beitrage griffen, stets aus einer nurallzu natürlichen Anlage die Tendenz zur Einführung des ob-ligatorischen Beitrags wieder emporkam (S. 153158). Hier istder Widerspruch zwischen dem, was ich wirklich sage, und dem, wasHerr B. mich sagen lässt, so gross, dassFlüchtigkeit wohl nichtausreichend sein Verfahren kennzeichnen dürfte.Bemerkenswerth,sage ich wörtlich an jener Stelle, auf die Herr B. ausdrücklich ver-weist,ist die uns auch hier wieder entgegentretende allmähliche Um-wandlung von freiwilligen Beiträgen in zwangsmässige, unregelmässigeSteuern, und deren theilweise Uebernahme auf die angesammeltenGelder. Hervorzuheben ist jedoch auch, wie sicher und regelmässigdiese Steuern während des ganzen Bestehens der Gesellschaft ein-gingen. Noch nie hat eine ausgeschriebene ausserordentliche Auflage(levy) den Dienst versagt. Nun sage ich hier offenbar mit keiner Sylbe,dass die Bürgschaft für die Solvenz der Gesellschaft infreiwilligenBeiträgen beruhe, ich sage im Gegentheil, sie beruhe inzwangs-