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Die 'wissenschaftliche' Leistung des Herrn Ludwig Bamberger : ein Nachspiel zu meinen 'Arbeitergilden der Gegenwart' / von Lujo Brentano
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mässigen unregelmässigen Steuern, und was Herr B. von demBe-dauern erzählt, womit ich die Verwandlung der freiwilligen Bei-träge inzwangsmässige, unregelmässige Steuern einzuräumen ge-zwungen sei, so ist dies aus dem Stegreif erfunden. 4) Im Gegen-sätze zu mirdeducirten die Generalsecretaire aus Strafgeldern, auszwangsweisen Austreibungen und verlorengehenden Ansprüchen wegenunterbrochener Beiträge die Zulänglichkeit der Mittel, um ihre auf-recht bleibenden Verbindlichkeiten zu erfüllen. Auch dieses ist wieder-um unrichtig; die Generalsecretaire beriefen sich allerdings auch aufjene Strafgelder, Austreibungen und verlorengehende Ansprüche, umdie Solvenz ihrer Vereine zu zeigen. Das Durchschlagende aber,worauf sie sich beriefen, war ihre von mir geltend gemachte Fähig-keit, durch ausserordentliche Steuern irgend welches entstehende De-ficit zu decken. Dies that Applegarth, der Generalsecretair derSchreiner und Zimmerleute (vgl. die oben angeführte qu. 6763) undAllan, der Generalsecretair der Maschinenbauer (qu. 7067), dieeinzigen Gewerkvereinsecretaire, die in dieser Frage vernommenwurden. Hätte Herr B. wirklich aus den Quellen gearbeitet, wie seineFreunde vorgeben, so hätte er dies gewusst. So aber verliess ersich auf die Darstellung Jannaschs, der diese ihm unbequemen Aus-sagen einfach unterschlug. 5)Die Minderheit der Commission derUntersucher (die den Trade-Unions günstigen Fr. Harrison und Ths.Hughes) stützt sich den Aussagen der Sachverständigen gegenüberhauptsächlich auf das Argument, dass ja die Unions überhaupt nurganz ausnahmsweise sich mit Altersversorgungen abgeben, dass von denmehreren Tausenden, die bestehen, nur fünf diesen Zweck verfolgen,alle übrigen nur für die Bedürfnisse des Augenblicks sorgen. Was aberthut die Minderheit wirklich? Sie beruft sich allerdings, ebenso wie ichdies thue (Arbeitergilden II. S. 27), auf die Thatsache , dass nur in sehrwenigen Gewerkvereinen die Altersunterstützung, durch deren angeb-liches Ungenügen das ganze Gewerkvereinssystem gerichtet sein soll,sich überhaupt findet. Ausserdem aber sagt sie auf derselben Seite,auf die Herr B. verweist:Die Antwort der Gewerkvereinssecretäreauf die Kritik der Actuare ist folgende. Ein Gew-erkverein, sagen sie,ist keine Handelsgesellschaft. Er ist ein Club von Arbeitsgenossen, dieeinen starken esprit de corps haben, in erster Linie zu Gewerkzweckengegründet und gewohnt, besonderen Anforderungen durch gelegent-lich neue Beitragserhebungen und Umlagen zu genügen. So erhobendie Eisengiesser, um dem ausserordentlichen Nothstand im Jahre 1867