Anschauung über die mit Gewerkvereinen verbundenen Invaliden-cassen und gegen meine Ansichten über die Cassentrennung.Beide Fragen sind untrennbar verbunden, und die zu entscheidendeVorfrage ist die letztere.
Die englischen Gewerkvereine nämlich haben nur eine einzigeCasse, aus welcher sie alle Unterstützungen, die sie ihren Mitglie-dern gewähren, bestreiten. Es fragt sich nun vor Allem, ob beisolcher Einrichtung die Leistung aller versprochenen Unter-stützungen wirklich gesichert sei, insbesondere da statutenmässigdie Möglichkeit besteht, dass die Gewerkvereine genöthigt werden,plötzlich ihr ganzes Vermögen auf die Leistung einer einzigen derversprochenen Unterstützungen zu verwenden. Was immer die be-sonderen Grundsätze sein mögen, nach denen die Altersunter-stützung gewährt wird, so hängt ihre Sicherheit lediglich ab vonder Solvenz der allgemeinen Casse. Ist diese nicht unter allenUmständen gesichert, so schwebt die Altersunterstützung, nachwelchen Grundsätzen immer sie versprochen sein mag, in der Luft;ist die Solvenz der allgemeinen Casse unter allen Umständen sicher,so ist dies auch die Leistung der Altersunterstützung. Nun lehreich, dass diese Solvenz der allgemeinen Casse besteht, indem „so oftein Bedürfniss hervortrete, zu dessen Befriedigung die vorhandenenMittel unzureichend seien, einfach, nach Bewilligung durch allgemeineAbstimmung, eine ausserordentliche Steuer (levy) von allen Mit-gliedern erhoben werde, und zwar eine so hohe, als das zu befrie-digende Bedürfniss erheischt.“ Solche Umlagen fanden, wie ich inmeinem ersten Bande zeigte, seit dem Bestehen der VereinigtenGesellschaft der Maschinenbauer vielfach’ statt. Auch von derGewerkvereins-Commission werden häufig derartige Umlagen seitensanderer Gewerkvereine erwähnt, z. B. zum Zweck der Kranken-unterstützung. (Vgl. qu. 11532—3). Nach Arbeitseinstellungen undAussperrungen sind dieselben sehr häufig nothwendig. DerartigeUmlagen machen aber selbstverständlich alle Vorhersagungen derActuare von Versicherungsgesellschaften über die bevorstehende In-solvenz der Gewerkvereine zu Schanden- „Sie haben gehört“,fragte der Präsident der Gewerkvereins-Commission einen dieserActuare (Tucker) „was Herr Applegarth (Generalsecretäir des der'drohenden Insolvenz geziehenen Gewerkvereins der Schreiner undZimmerleute) vorgebracht hat; wünschen Sie Ihre früheren An-gaben in irgend einem Punkte zu ändern?“ — „Nein; ausser, dass-